Der genossenschaftliche Fondsanbieter Union Investment hat am Aktienmarkt klare Favoriten. "Solange die währungsbereinigten Wachstumsraten im Jahresvergleich stimmen, bleibt die Facebook-Aktie einer der großen Profiteure der Digitalisierung", sagte Portfoliomanager Gunther Kramert im Gespräch mit Bloomberg. "Google und Facebook haben den klaren Vorteil, dass sie Werbung individualisieren können." Große Blöcke an Werbegeld wanderten deshalb vom Fernsehen ins Internet ab.

Kramert verantwortet bei Union Investment die UniGlobal-Fondsfamilie. Dazu gehört neben dem 5,7 Milliarden Euro schweren UniGlobal-Fonds der UniGlobal Vorsorge, der aktuell 10,4 Milliarden Euro verwaltet. Der UniGlobal Vorsorge hinkt seiner Benchmark, dem MSCI World, seit Jahresbeginn und in Euro gerechnet, leicht hinterher. Der UniGlobal hat den Index dagegen seit Jahresbeginn übertroffen. Auf Sicht von zwei Jahren liegen beide Fonds hinter dem Index.

Konsumenten wandern ins Netz ab
Die Aktien von Facebook und der Google-Mutter Alphabet gehören zu den größten Positionen in beiden Portfolios. Daneben hat Kramert Banktitel stark gewichtet, etwa von BNP Paribas, der ING-Gruppe und Wells Fargo. "Banken spielen nach wie vor eine zentrale Rolle in vielen Märkten. Wir haben uns auf Werte konzentriert, die in konsolidierten Märkten wie den Niederlanden und Frankreich tätig sind", so der Fondsmanager im Interview. Bei Wells Fargo hat der Skandal um falsche Konten im vergangenen Jahr das Geschäftsmodell seiner Ansicht nach nicht zerstört.

Auch bei Einzelhandelstiteln setzt der Asset Manager auf den Trend zum Online-Shopping. "Die großen Kaufhauskonzerne wie Macy’s in den USA leiden unter der Verschiebung hin zu Online-Kanälen", sagte er gegenüber Bloomberg. "Das spielt Vorreitern wie Amazon, aber auch Firmen wie Zalando in Deutschland auf Dauer in die Hände." (fp)