Deutschland zeigt sich dieser Tage in Topform. Die deutsche Wirtschaft wächst, die Unternehmensgewinne steigen, die Arbeitslosenquote liegt historisch niedrig. "Der Aufschwung hat fast das gesamte Land erreicht", schwärmt Björn Jesch, Leiter des Portfoliomanagements bei Union Investment. Er geht davon aus, dass der Aufwärtstrend anhalten wird. Sowohl im laufenden als auch im kommenden Jahr dürfte die deutsche Wirtschaft um jeweils 1,8 Prozent wachsen.

Wer von Deutschlands Wirtschaftskraft profitieren will, sollte sich etwa im Bereich der Unternehmensanleihen umsehen, rät Jesch. "Zwar sind die Bewertungen ambitioniert, Schnäppchen gibt es nicht mehr. Die hohen Kursniveaus sind allerdings durch die gute Qualität vieler Emittenten gerechtfertigt." Der deutsche Unternehmenssektor sei kerngesund und hochprofitabel. Unternehmensanleihen bekommen zudem durch das Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) Unterstützung.

Investmentperlen aus der zweiten Reihe
Auch dem deutschen Aktienmarkt bescheinigt Jesch weiterhin gute Aussichten. Der Dax könnte in den kommenden Monaten die Marke von 13.000 Zählern durchbrechen. Daneben finden Anleger viele interessante Titel in der zweiten und dritten Reihe. "Dort finden sich zahlreiche Investmentperlen, bei denen sich aktives Stockpicking besonders auszahlt", sagt der Experte. Kleinere Unternehmen sind oft weniger international aufgestellt als Konzerne. Sie profitieren deshalb besonders stark vom Wirtschaftsaufschwung in Deutschland.

Von deutschen Staatsanleihen sollten sich Anleger dagegen fernhalten. Die Bundesrepublik gehört zwar zu den solidesten Schuldnern der Welt. Deutschland ist eines von nur noch zehn Ländern mit einem AAA-Rating. "Unter Renditegesichtspunkten spricht aber kaum etwas für deutsche Staatsanleihen. Sie sind schlicht unattraktiv", sagt Jesch. "Vermögensverluste sind praktisch programmiert." (fp)