Der deutsche Leitindex Dax hat sich im vergangenen Monat in der Nähe neuer Allzeithochs bewegt. Bei Privatanlegern sorgte das mitnichten für einen Kaufrausch, zeigt der Brokerage-Index der Direktbank Comdirect: Im Gegenteil: Im Oktober fiel das Barometer im Vergleich zum Vormonat von 100,9 auf 95,9 Punkte. Das lag vor allem an Verkäufen auf der Aktienseite. Der Teilindex für Dividendenpapiere stürzte förmlich ab, von 97,4 auf 89,5 Punkte. "Insbesondere in den ersten zwei Dritteln des Monats nutzten Anleger die hohen Kurse für Gewinnmitnahmen", sagt Stefan Wolf, Produktmanager Trading bei Comcirect.

Alle anderen Teilindizes notierten im Oktober bei über hundert Punkten, also im Kaufbereich – obgleich der Teilindex für Fonds ebenfalls zurückging, von 107 auf 101,5 Punkte. Auch bei Aktienanlegern kehrte allerdings gegen Monatsende die Kauflaune zurück, nachdem der Dax die Marke von 13.000 Punkten nachhaltig übersprungen hatte. "Als die Kurse nach dem positiven Impuls der EZB-Sitzung noch weiter stiegen, werteten Anleger das offenbar als Signal zum erneuten Einstieg", sagt Wolf. Die guten vorläufigen Konjunkturzahlen stützten die Investorenstimmung zum Monatsende zusätzlich.

Von Sause bis Sorge ist alles dabei
Angesichts der starken Aktienmarktentwicklung mit vereinzelten kleinen Rücksetzern schwanken Anleger offenbar zurzeit zwischen Optimismus und Sorge. Im Juli hatten sie ähnliche Kursdellen noch für Fondskäufe genutzt, im August zeigten sie sich dann deutlich vorsichtiger und tendierten insgesamt eher zum Verkaufen – außer bei Aktien, die in der Anlegergunst leicht stiegen. (fp)