Professionelle Investoren fürchten nichts mehr als einen globalen Handelskrieg, und die Aussichten für die Finanzmärkte haben sich spürbar eingetrübt, zeigt die aktuelle Fondsmanagerumfrage der Bank of America Merrill Lynch (Bofa), für die in der vergangenen Woche 231 Portfolioprofis befragt wurden, die in Summe 663 Milliarden US-Dollar (571 Milliarden Euro) an Kundengeldern verwalten."Die Stimmung unter Investoren ist negativ. Die Allokation in Aktien ist deutlich gefallen, während sich gleichzeitig die Erwartungen an die Gewinnentwicklung verschlechtert haben", sagt Michael Hartnett, Chefstratege bei Bofa.

60 Prozent der befragten Investmentprofis geben an, dass ein Handelskrieg aus ihrer Sicht das größte Tail Risk für die Kapitalmärkte darstellt. Gegenüber dem Vormonat hat sich der Anteil laut Bofa deutlich vergrößert.

Derart einig, was die größte Gefahr betrifft, waren sich die Befragten zuletzt im Jahr 2012, als die Furcht vor einer EU-Schuldenkrise die Investorenmehrheit beschäftigte. Vor einem Fehltritt der Notenbanken haben Fondsmanager dagegen inzwischen deutlich weniger Angst als früher.

Gewinnausblick eingetrübt
Der Gewinnausblick für alle Unternehmen hat sich aus Sicht der befragten Profi-Investoren zuletzt deutlich eingetrübt. Neun Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Profite sich in den kommenden zwölf Monaten nicht verbessern werden.

Ihre Unsicherheit spiegelt sich auch in der Veränderung der Sektorgewichtung: Besonders in defensiven Branchen wie Gesundheit und Basiskonsum haben die Fondsmanager zugekauft – respektive in Regionen wie den USA, die als solider eingestuft werden. Von Titeln aus risikoreicheren und zyklischeren Branchen wie Finanzen Schwellenländer-Aktien haben sie sich dagegen getrennt. (fp)