Die spanische Investmentbank Alantra bringt London im Zusammenhang mit Brexit ins Gespräch – allerdings bemerkenswert positiv. Denn laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg überlegt das auf Übernahmen und Fusionen spezialisierte Haus, seinen Firmensitz von Madrid nach London zu verlegen. Ein offizielles Statement gibt es zwar nicht, Bloomberg beruft sich jedoch auf interne Informationen – zudem wird Alantras Executive Chairman, Santiago Eguidazu, dahingehend zitiert, dass es sich bei Großbritannien um Europas wichtigsten Markt für Fusionen und Übernahmen handle, weswegen die Chancen die Risiken überwiegen – ein Szenario, das wahrscheinlich aber nur unter der Prämisse eines "Soft Brexit" gelten dürfte.

Die Meldung ist jedenfalls Balsam für die wunden Seelen der britischen Hauptstädter. Erst gegen Jahresende hatte der Chef der Regulierungsbehörde der Bank of England erklärt, es stünden im Banken- und Versicherungswesen bis zu 75.000 Jobs zur Disposition.

Alantra notiert seit 2015, nach dem Zusammenschluss mit Dinamia Capital, an der Börse, hat laut Eigenangaben im Vorjahr weltweit 120 Transaktionen gemanagt, verwaltet mit weltweit rund 350 Mitarbeitern 3,7 Milliarden Euro und verfügt über Zweigestellen in 21 Ländern.  Aufgefallen ist sie zuletzt im Sommer des Vorjahres, als sie eine Zweigstelle in Wien eröffnete. Als einer von drei Managing Partnern in Wien fungiert Klaus Vukovich, der zuvor für Unicredit als Global Co-Head Corporate Finance Advisory tätig war. (hw)