Autonome Luftfahrzeuge zur Personenbeförderung waren lange Zeit Zukunftsmusik. Im Zeitalter der Drohnen ist diese Zukunft nun zum Greifen nah. Ende dieses Jahres soll in Dubai ein selbstfliegendes Lufttaxi in den Testbetrieb gehen, das eine Spitzengeschwindigkeit von mehr als hundert Stundenkilometern erreicht. Das Fluggerät sieht aus wie ein Ei mit Rotoren, kann senkrecht abheben und landen wie ein Helikopter. Es bietet zwei Passagieren Platz. Im Test soll zunächst noch ein Pilot an Bord sein.

Deutsche Firmen sind bei diesem Trend ganz vorn mit dabei. Das badische Unternehmen Volocopter hat sich mit seinem Flug-Ei in Dubai gegen einen chinesischen Konkurrenten durchgesetzt. Die Münchner Firma Lilium wiederum hat ein elektrisches Mini-Flugzeug entwickelt, das Platz für bis zu fünf Personen bietet und eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern haben soll. Das Startup hat bereits 90 Millionen Euro eingesammelt, einer der Investoren ist der chinesische Internet-Riese Tencent. Auch Daimler interessiert sich für Drohnen zur Personenbeförderung.

Über den Stau hinweg fliegen
Lufttaxis könnten die Grundstückspreise ordentlich durcheinanderwirbeln, prophezeit Hubert Thaler von der Starnberger Vermögensverwaltung Top Vermögen. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometern dauert der Arbeitsweg selbst von Grafenau im Bayerischen Wald bis in die Münchner Innenstadt nur rund 40 Minuten. "Das könnte viele Arbeitnehmer verlocken, die gedrängten und teuren Vorstädte gegen ein Leben im Grünen einzutauschen", sagt Thaler. In der Folge könnten die Grundstückspreise auf dem Land anziehen. "Wer heute ein Haus kauft und einen Kredit über zehn Jahre und länger abschließt, sollte solche Technologiesprünge berücksichtigen", rät der Vermögensverwalter.