Die Marktrisiken der vergangenen Monate scheinen sich in Luft aufgelöst zu haben. Ob Nordkorea-Konflikt oder Bilanzabbau bei der US-Notenbank Fed – Anleger haben offenbar allen negativen Nachrichten den Rücken zugekehrt und konzentrieren sich ganz auf das Positive. An den Aktienmärkten geht die Rekordjagd unvermindert weiter. Aber: Wenn es am schönsten ist, sollte man vorsichtiger werden, mahnt Michael Winkler, Leiter Anlagestrategie bei der St.Galler Kantonalbank Deutschland.

Durch die jüngsten Kursanstiege haben sich Aktien noch einmal deutlich verteuert. Selten waren US-amerikanische Titel so hoch bewertet wie heute. Rund um den Globus scheinen Investoren geradezu euphorisch. "Das macht die Märkte anfälliger für Gewinnmitnahmen", sagt Winkler. Technisch betrachtet ist der Aufwärtstrend an den Aktienbörsen allerdings noch immer intakt. "Das lässt Luft für zwischenzeitliche Korrekturen, ohne dass sich das positive Gesamtbild verschlechtert", sagt der Anlagestratege.

Investiert bleiben statt Gewinne mitnehmen
Für Aktien spricht auch, dass an den Rentenmärkten nach wie vor keine deutlichen Zinssteigerungen zu sehen sind. "Damit sind festverzinsliche Papiere unverändert keine Alternative zu Aktien", sagt Winkler. Zumindest die Europäische Zentralbank (EZB) hat angekündigt, unverändert expansiv zu bleiben. Das ist vielleicht nicht sinnvoll, verschafft den Aktienmärkten aber weiter Rückenwind. Bei aller Vorsicht ist die St.Galler Kantonalbank deshalb nach wie vor optimistisch. "Auch wenn die Märkte etwas heißt laufen, bleiben wir wegen des positiven Gesamtbilds investiert", sagt Winkler. (fp)