Die traditionell eher schwachen Börsenmonate September und Oktober sind vorbei, die Aktienkurse unverdrossen weiter gestiegen. Manch einem wird angesichts dieser langen Hausse allmählich mulmig. "Die aktuelle, seit 2011 andauernde Aufwärtsphase ist allerdings längst nicht die stärkste der vergangenen Dekaden", sagt Manfred Schlumberger, Fondsmanager und Vorstand von Starcapital. Er rechnet damit, dass es vorerst weiter aufwärts geht.

Bullenmärkte sind bislang kaum je an Altersschwäche gestorben, betont Schlumberger. "In der Regel werden sie durch Zinserhöhungen der Notenbanken unsanft beendet." So hob etwa die US-Notenbank Fed zwischen 2004 und 2006 den Leitzins von 1,0 auf 5,25 Prozent an und leistete damit dem Platzen der US-Immobilienblase im Jahr 2008 Vorschub. Bis zu diesem Markt-Massaker war der US-Aktienindex S&P 500 massiv gestiegen.

Kein Anlass für Fluchtreflexe
Nun ließe sich einwenden, dass die Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) allmählich zu einer strafferen Geldpolitik zurückkehren und damit den Aktienmarkt unter Druck setzen könnten. Bislang führen die verminderten Anleihekäufe der Notenbanken aber nur dazu, dass das Angebot für Anleiheinvestoren steigt. "Solange steigende Zinsen keine massive Umschichtung vom Aktien- in den Rentenmarkt zur Folge haben oder eine Rezession auslösen, können Aktienanleger gelassen bleiben", sagt Schlumberger – jedenfalls, solange die Unternehmen weiterhin ihre Gewinne steigern.

Bei Starcapital hält man derzeit europäische Aktien für fair bewertet, japanische Aktien und Schwellenländertitel eher noch für zu günstig. Der US-Aktienmarkt ist dagegen nach Einschätzung der Investmentexperten bereits zu hoch bewertet. Auf der Rentenseite findet Schlumberger momentan inflationsgesicherte US-Staatsanleihen und kurzlaufende Unternehmensanleihen interessant. (fp)