Der ehemalige Hedgefonds-Manager Stanley Druckenmiller glaubt, dass die laxe Geldpolitik der Zentralbanken weltweit de­sas­t­röse Konsequenzen haben wird. "Man schürt eine Deflation, wenn man Preisblasen bei Vermögenswerten erschafft", wetterte der Finanzprofi in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNBC. Wenn er der "Darth Vader" der Finanzwelt wäre und so grausliche Dinge tun wollte wie eine Deflation erschaffen, würde er exakt genauso vorgehen, wie dies heute die Notenbanken täten.

Druckenmiller ist Präsident und Vorstandschef des Duquesne Family Office. Als Hedgefonds-Manager feierte er enorme Erfolge. Er erzielte Renditen von jährlich 30 Prozent. Sein Nettovermögen beläuft sich dem Magazin "Forbes" zufolge auf 4,7 Milliarden US-Dollar. Im Jahr 2010 schloss Druckenmiller den von ihm gelenkten Hedgefonds Duquesne Capital. Er war der Meinung, keine angemessenen Renditen mehr in dem Marktumfeld mehr erzielen zu können. Druckenmiller hatte zuvor zwölf Jahre lang den Qantum-Fonds von George Soros geleitet.

Fed sollte schnell handeln
Eine Fehlallokation der Vermögen infolge zu niedriger Zinsen schaffe nun einmal Blasen bei den Asset-Preisen, kritisierte Druckenmiller die Zentralbankchefs. Boom- und Bust-Zyklen habe es immer wieder in der Geschichte gegeben. mit all den daran hängenden Konsequenzen eins Platzens solcher Bubbles. Jeder ernstzunehmenden Deflation sei bis dato eine Asset-Blase vorangegangen, die dann geplatzt sei, so Druckenmiller weiter.

Deflation kommt nicht aus dem Nichts
In den 1920er Jahren platzte eine Blase, und die Große Depression war die Folge. Gleiches gilt für Japan nach dem Platzen der Immobilienblase in den späten 1980ern. Druckenmiller sagte, wenn die US-Notenbank Fed die Leitzinsen schneller nach der Jahrtausendwende angehoben hätte, wäre die Immobilienblase und damit die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht so schlimm ausgefallen. Stattdessen hätte es 2008 und 2009 eine normale Rezession gegeben, so sein Befund.

Nun sei eine schnellstmögliche Normalisierung der Geldpolitik durch die Fed das Gebot der Stunde. Je länger die Fed dafür brauche, desto schlimmer die Folgen – je schneller die Fed agiere, desto besser. (kb)