Nach fast zehn Jahren ist beim aktuellen Bullenmarkt immer noch kein Ende in Sicht, erklärt die Schoellerbank. Anleger können deshalb weiterhin getrost Aktien kaufen. "Auf lange Sicht sind Aktien wesentlich ertragreicher als Zinsprodukte – und das nicht nur im aktuellen Zinsumfeld", sagt Jakob Frauenschuh vom Asset-Management-Team der Schoellerbank. Der Beginn oder das Ende eines Bullenmarktes lasse sich ohnehin erst im Rückspiegel mit Sicherheit erkennen. 

Analysen zeigten, dass es in früheren Aufwärtsphasen an den Kapitalmärkten oft noch stärkere Kursgewinne gab als im derzeit laufenden Bullenmarkt – der mit fast zehn Jahren Dauer der bislang längste überhaupt ist. "Ein Indiz dafür ist, dass die heutigen Kurse noch nicht zu teuer geworden sind. Auch die Bewertungskriterien wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis bestätigen das", sagt Frauenschuh 

Historie zeigt: Mehr Bullen als Bären
Das Crash-Jahr 2007 hat gezeigt, dass es vor allem Entwicklungen in anderen Bereichen sein können, die den Aktienmarkt gefährden. Auch aktuell gibt es Risikofaktoren: Die Zinsen steigen allmählich, die letzte Rezession liegt überdurchschnittlich lange zurück und insbesondere Handelskonflikte und populistische Wirtschaftsmaßnahmen sind eine Gefahr für die Börsen. Investmentstratege Frauenschuh sieht dennoch keinen Grund für Pessimismus. "Erst ein Verlust von 20 Prozent oder mehr gilt als Ende eines Bullenmarktes", sagt er.

Damit Anleger ihre Chancen voll nutzen und das Risiko reduzieren können, sollten sie auf die Bewertungen achten und stark überbewertete Titel und Märkte meiden, sagt Frauenschuh. Wenn die Euphorie und die Erwartungen an den Börsen zu hoch würden, sei es vernünftig, die Gewinne mitzunehmen. Danach sehe es aktuell aber nicht aus: "Eine Überhitzung der Aktienmärkte steht in der nächsten Zeit nicht bevor." (fp)