Cédric Spahr, Aktienmarktstratege bei der Bank J. Safra Sarasin, hat die Zusammenhänge zwischen makroökonomischem Momentum und Gewinnwachstum untersucht. Diese Analyse soll wertvolle Informationen für die hauseigenen Aktienindexkursziele liefern.

Laut Spahr wachsen die Unternehmensgewinne zurzeit kräftig, befinden sich aber nahe am Punkt der maximalen Wachstumsbeschleunigung. Auf regionaler Basis hätten die Gewinnwachstumsraten in den USA und den Emerging Markets ihren Zenit bereits überschritten, während sie in Kontinentaleuropa und Japan noch ein paar Monate bis Ende des dritten Quartals 17 expandieren dürften. "Stabiles Wirtschaftswachstum dürfte für eine solide Gewinnentwicklung in den nächsten Quartalen sorgen", erklärt Spahr.

Hohe Fixkosten können Fluch, aber auch Segen sein
Die Gewinne der europäischen und japanischen Unternehmen reagieren laut dem Strategen stärker auf eine Wachstumsbeschleunigung aufgrund des höheren Anteils der Fixkosten am Gesamtumsatz. "Dieser sogenannte operative Hebeleffekt dürfte eine Rolle in der Stärke des beobachteten Gewinnwachstums in Europa und Japan spielen.

Der europäische Konjunkturzyklus hinkt ferner dem amerikanischen meistens um drei bis vier Monate hinterher, was auch seinen Beitrag leisten dürfte", prognostiziert Spahr, und weiter:. "Wir beobachten ausgeglichene Wachstumsperspektiven in den USA, in Europa sowie in der Region Asien/Pazifik, was für eine Fortsetzung der Hausse an den Aktienmärkten bis Jahresende spricht."

Schwung hält bis 2018 an
Nachdem das globale Wachstum sein Maximum im Laufe des dritten Quartals überschritten haben sollte, dürften die niedrige Volatilität sowie die Stabilität des Konjunkturaufschwungs für robustes Wachstums bis ins Jahr 2018 hinein sorgen. Die globalen Aktienmärkte dürften in diesem Umfeld weiter ansteigen, selbst wenn das Tempo, beeinflusst durch die relative Wachstumsverlangsamung, etwas nachlässt.

J. Safra Sarasin hat daher ihre Kursziele für einige Aktienindizes verändert, vor allem in den USA, in Großbritannien sowie in den Emerging Markets. J. Safra Sarasin erhöht ihr  Jahresendziel für den S&P 500 von 2.500 auf 2.600 Indexpunkte, was dem starken Aufwärtstrend bei schwerkapitalisierten US-Unternehmen Rechnung trage. Starke Gewinnrevisionen und die Abschwächung des Dollars wirkten sich förderlich aus, während selbst ein moderater Durchbruch bei den angepeilten Wirtschaftsreformen den Aufwärtstrend am US Aktienmarkt verstärken dürfte.

Die Schweizer passen auch das Jahresendziel für den britischen FTSE 100 Index von 7.600 auf 7.900 Zähler an. Die Abschwächung des Pfunds schlägt sich dort nämlich in stärkeres Gewinnwachstums nieder. Aber auch das Kursziel für den MSCI Emerging Markets Index wird leicht von 1.100 auf 1.125 Punkte heraufgesetzt. (aa)