In Zukunft werden die Renditen von Aktien und Immobilien weniger hoch ausfallen als in der Vergangenheit, sagt Lukas Daalder, Chefanlagestratege beim Fondsanbieter Robeco. Zwei Studien hatten jüngst die Frage aufgeworfen, ob die beiden Anlageklassen Renditen erzielen können, die über das Wirtschaftswachstum hinausgehen. "Das ist möglich. So wird es aber nicht immer weitergehen", sagt Daalder. 

Der Studie "The Return Expectations of Institutional Investors" zufolge erwarten US-Pensionskassen eine durchschnittliche nominale Rendite von 7,6 Prozent, was einer erwarteten realen Rendite – also nach Abzug von Inflation – von 4,8 Prozent entspricht. Zum Vergleich: Die von Robeco erwartete, langfristige nominale Rendite auf Aktien und Anleihen beträgt sieben beziehungsweise 4,25 Prozent. "Man muss also ein ziemlicher Optimist sein, um zu der langfristigen Renditeerwartung von 7,6 Prozent der befragten US-Pensionskassen zu gelangen", sagt Daalder. 

Verbindung zum Wirtschaftswachstum
Eine andere spannende Studie namens "The Rate of Return on Everything, 1870-2015" wiederum hat die historische Entwicklung der nominalen und realen Renditen in 16 Industrieländern seit dem Jahr 1870 untersucht. Das Ergebnis: Abgesehen von den beiden durch die Weltkriege geprägten Jahrzehnten lagen die Renditen in allen untersuchten Ländern deutlich über dem zugrundeliegenden realen Wirtschaftswachstum – allerdings nur dank des Renditebeitrags von risikobehafteten Vermögensgegenständen. "Die Renditen auf bargeldnahe Anlagen (1,3 Prozent) und Anleihen (2,5 Prozent) blieben im Durchschnitt hinter dem Wachstum der Realwirtschaft zurück, während die Renditen auf Aktien (7,0 Prozent) und Immobilien (6,7 Prozent) darüberlagen”, stellt Daalder fest.

So wird es aber nicht weiterlaufen, erwartet der Anlagestratege. So seien Aktien wegen ihrer über viele Jahrzehnte gestiegenen Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) strukturell betrachtet im Lauf der Zeit teurer geworden: "Man muss sich nur die sehr niedrigen Zinsen ansehen, die wir zurzeit an den Anleihemärkten haben. Diese niedrigen zukünftigen Renditen folgen auf überdurchschnittliche Renditen infolge steigender Anleihekurse."

Dieselbe Entwicklung sei bei Immobilien und Dividendenpapieren zu beobachten: Anleger erhielten überdurchschnittliche Renditen auf ihre Kapitalanlagen, weil die Aktienkurse und Wohnimmobilienpreise in die Höhe getrieben werden. Dies führt jedoch zu einer Reduzierung zukünftiger Dividenden- oder Mietrenditen. (fp)