Im Vorjahr stand die polnische Alior Bank noch kurz davor, Teile der RBI-Tochter Raiffeisen Bank Polska (Polbank) zu kaufen. Doch der Deal platzte im Dezember 2016 überraschend: Der Alior-Haupteigentümer PZU bekam kalte Füße, weil er sich mit einem zeitgleichen Kauf von Anteilen an der BKO-Bank bereits einiges aufgehalst hatte. Nun muss die RBI dem Druck des polnischen Regulators folgen und relativ rasch einen IPO bewältigen.

Als sie die polnische Polbank 2012 übernahm und mit der Raiffeisen Bank Polska fusionierte, verlangte die polnische Bankenaufsicht (KNF), dass mindestens 15 Prozent der Aktien an die Warschauer Börse gebracht werden müssen. Die Deadline war damals der 30. Juni 2016. Allerdings dehnte die KNF die Frist aus, unter der Auflage, dass ein Verkauf an eine Bank bis Ende 2016 erfolgt. Nach dem Platzen des Alior-Deals muss die RBI nun den IPO bis 30. Juni 2017 bewerkstelligen.

15 Prozent derzeit fix
Aus derzeitiger Sicht sollen 15 Prozent an die Börse gebracht werden – und nicht mehr, sagte RBI-Sprecher Christof Danz gegenüber FONDS professionell ONLINE. Ex-RBI-Chef Karl Sevelda hatte früher anklingen lassen, dass, je nach Marktverhältnissen, auch mehr Anteile zum Verkauf gestellt werden könnten.

Genauere Angaben (Preisspanne, Börsensegment, etc.) werden von der RBI noch verschwiegen. "Anders als in anderen Märkten wird in Polen bereits die Einreichung eines ersten Entwurfes veröffentlicht. Der wird nun mit der Aufsicht diskutiert. Es ist nicht so, dass der IPO unmittelbar bevor steht", sagte Danz.

Ein weiterer Verkauf an eine andere Bank stehe allerdings nicht im Raum. "Wir arbeiten im Moment nur an dem IPO und der Erfüllung der neuen Frist, die uns von der KNF gesetzt wurde", so Danz.

Sparpaket
Die RBI hat bei ihrer Polen-Tochter nach dem Scheitern des Alior-Deals ein deftiges Sparpaket aufgelegt. Bis 2018 sollen bis zu 70 Filialen gestrichen werden. Bis Ende 2019 sollen bis zu 950 der rund 4.200 Stellen wegfallen. 50 Millionen Euro sollen eingespart werden. Raiffeisen Bank Polska zählt zu den von der EZB als systemrelevant eingestuften Banken. (eml)