Mit der Weltwirtschaft geht es aufwärts. Vor allem in den USA zieht die Konjunktur an: Das reale, annualisierte Wachstum des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts hat sich im vergangenen Jahr von einem Prozent in der ersten Jahreshälfte auf mehr als 2,5 Prozent in der zweiten Jahreshälfte beschleunigt. "Donald Trumps angekündigtes Infrastrukturprogramm dürfte das Wachstum im laufenden Jahr weiter treiben," sagt Jörg Knaf, Executive Managing Director für die DACH-Region bei Natixis Global AM.

Anleger sollten trotzdem nicht zu optimistisch sein, warnt der Experte. "Die positiven Effekte eines Infrastrukturprogramms werden sich größtenteils erst nach 2017 zeigen", sagt Knaf Außerdem könnten sie geringer ausfallen als erwartet. Niedrigere Steuern für Privatpersonen dürften den Konsum ankurbeln. "Doch die Haushaltsfalken könnten bremsend eingreifen". Steuersenkungen für Unternehmen und verbesserte Bedingungen für die Rückführung von Unternehmensgewinnen dürften wiederum die Investitionen ankurbeln. Möglicherweise werden dafür aber andere Vergünstigungen gestrichen.

Fundamentaldaten sehen rosiger aus
Auch außerhalb der USA nimmt das Wachstum allmählich Fahrt auf. In Europa verbessern sich die Konjunkturkennzahlen auf breiter Front, in Großbritannien hat der bevorstehende Brexit der Wirtschaft bislang keine signifikanten Probleme bereitet. In China hat sich das Wachstum nach einer Schwächephase wieder stabilisiert.

Für den Moment sollten Anleger die heitere Stimmung an der Börse genießen. "Denn trotz aller positiven Indikatoren lauern Wolken hinterm Horizont", meint Knaf. Ein stärkeres globales Wachstum dürfte die Fundamentaldaten für riskantere Anlageklassen wie Aktien und Unternehmensanleihen verbessern, sagt der Natixis-AM-Fachmann. "Wegen der bereits sehr hohen Bewertungen in diesen Bereichen werden sich die günstigeren Fundamentaldaten jedoch nur teilweise in höheren Preisen ausdrücken". (fp)