Die RLBs (Raiffeisenlandesbanken), die nach der Fusion von RZB und RBI knapp 59 Prozent an der börsennotierten Raiffeisen Bank International besitzen, haben vertraglich vereinbart, drei Jahre mindestens 50 Prozent zu halten, danach sind 40 Prozent die Mindestschwelle. Das berichtet die APA unter Bezugnahme auf die "Raiffeisen Zeitung".

Dieses Detail bringt eine gewisse Fantasie in den phasenweise eher trägen heimischen Kapitalmarkt. Den Börsianern gefalle so etwas, sagt der noch bis zum Wochenende amtierende RBI-Chef Karl Sevelda. Der Umstand, dass man sich im Sektor vorstellen könne, die Beteiligung von derzeit 58,5 Prozent zu reduzieren, sei für den Kapitalmarkt sicher positiv. "Der Kapitalmarkt liebt es, wenn der Kernaktionär unter 50 Prozent geht", befand Sevelda in der "Raiffeisen Zeitung". Wenngleich er sagen müsse, dass auch mit 40 Prozent der Kernaktionär das bestimmende Element bleibe.

An der Börse jedenfalls hat die RBI-Aktie im vergangenem Jahr bereits eine Rally hingelegt: Der Kurs verdoppelte sich in den vergangenen zwölf Monaten. Sevelda war seit 2013 Vorstandsvorsitzender der Osteuropatochter RBI und geht nun in Pension. Mit der Fusion übergibt er die Führung an seinen Nachfolger Johann Strobl.

Kapitalbasis gestärkt
Der Zusammenschluss geht vor allem auf verschärfte Kapitalerfordernisse zurück: Die mit einem dürftigeren Kapitalpolster ausgestattete Mutter RZB, der bisher über 60 Prozent an der börsenotierten RBI gehörten, konnte sich nicht das volle RBI-Kapital anrechnen lassen. Durch die Fusion fällt dieser Minderheitenabzug weg, und das Kernkapital steigt.

Die RBI hat diesen Effekt mit der jüngst vorgelegten 2016er-Bilanz nochmal ordentlich gepusht. Sie erzielt eine Kernkapitalquote von 13,6 Prozent. Anvisiert waren nur zwölf Prozent bis Ende 2017. In dem neuen Institut, das weiter an der Börse notiert bleibt und den Namen RBI beibehält, werden es 12,4 Prozent sein.

Am Samstag, den 18. März, wird die lange vorbereitete Verschmelzung von RZB und RBI in das Firmenbuch eingetragen. Die RZB bringt eine Bilanzsumme von rund 135 Milliarden Euro mit und hat 2016 ein Konzernergebnis von 253 Millionen Euro erwirtschaftet. Die bis dato als Osteuropa-Tochter geführte RBI kommt auf knapp 112 Milliarden Euro starke Bilanz und fuhr 2016 463 Millionen Euro ein. Vergangenen Mittwoch präsentierten die beiden Institute zum letzten Mal getrennte Bilanzen. (eml)