Wüsste man vorab, ob Anleihen oder Aktien beziehungsweise welche Branchen und Regionen sich über den geplanten Anlagezeitraum hinweg am besten entwickeln werden, wäre Kapitalanlage die einfachste Sache der Welt. Leider ist das Gegenteil der Fall, die entsprechenden Entwicklungen vorherzusagen, ist unmöglich. Die Antwort darauf heißt Diversifikation, wobei man auch hier noch sehr viel falsch machen kann, indem Regionen und Branchen gar nicht, zu gering oder zu hoch gewichtet werden.

Im Crashjahr 2008 büßten Anleger, die nur in Emerging Markets investiert waren, gemessen am MSCI Emerging Markets Index 53,63 Prozent ein, parallel dazu verlor man mit dem MSCI World Index, in dem 23 entwickelte Volkswirtschaften enthalten sind, "nur" 40,46 Prozent. Im Jahr darauf legte der MSCI World dann allerdings 32 Prozent zu, während der Schwellenländerindex fast 83 Prozent Plus machte.

Soll man also Schwellenländer hoch gewichten? Keineswegs, denn auch die Emerging Markets erleben Phasen, in denen man in entwickelten Märkten deutlich mehr verdient. Tatsächlich zeigt ein Langzeitvergleich, der bis 1994 zurück reicht, dass man bei einem Verzicht auf Schwellenländer mit 7,63 Prozent sogar deutlich mehr verdient hätte, als mit einem reinen Emerging-Markets-Investment (5,32 % p.a.). Allerdings sind die Schwellenländerbörsen des Jahres 2017 nicht mit jenen der 1990er Jahre vergleichbar, weshalb diese Zahlen wenig Rückschlüsse über zukünftige Entwicklung erlauben.

Sinnvoll ist nur eine Beimischung von Schwellenländern, wobei deren nach wie vor geringe Kapitalisierung eine entsprechend vorsichtige Gewichtung nahelegt. Eine geeignete Orientierung stellt der MSCI All Countries World Index dar, der versucht, alle globalen Aktienmärkte in einem Index abzubilden. Laut MSCI werden damit rund 85 Prozent der frei handelbaren Aktien der Welt erfasst. (gf)

Unsere Bildstrecke zeigt die wichtigsten Verhältnisse.


Quelle: MSCI (www.msci.com)