Es war ein einzelner dürrer Tweet von Bill Gross – sein Inhalt löste aber hitzige Diskussionen in der Welt der Anleihen-Investoren aus, hatte der Janus Henderson-Mann doch auf den Chartverlauf von fünf- und zehnjährigen Treasuries hingewiesen und als Konsequenz einen Bärenmarkt ausgerufen – nicht zum ersten Mal übrigens

Das Gezwitscher der ehemaligen Pimco-Größe hat nun die Analyse-Abteilung von Morgan Stanley auf den Plan gerufen. In einer kurzen Betrachtung versichern die Autoren ihren Lesern zum ersten, dass es sich bei gegenwärtigen Status "nicht um den Bärenmarkt handelt" nach dem gegenwärtig gesucht werde. Und: "Machen Sie sich keine Sorgen, Treasuries werden weiterhin Erträge abwerfen."


Bärenmarkt oder Einstiegsgelegenheit?

Quelle:Bloomberg


Tatsächlich sind die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen in den vergangenen Tagen deutlich angestiegen. Hintergrund waren unter anderem Bloomberg-Meldungen, wonach Chinas Behörden empfohlen hätten, den Kauf von Treasuries zu verlangsamen oder gar ganz einzustellen. Außerdem steht eine auf den ersten Blick subtile, auf den zweiten Blick jedoch deutliche Änderung der Notenbankpolitik in den USA im Raum. Sie könnte von einem Inflationsziel zu einem Preisniveau-Ziel wechseln, was laut Beobachtern zu einer verlängerten Niedrig-Zinsphase führen würde.

Die Morgan Stanley-Strategen geben an beiden Fronten Entwarnung. Selbst wenn die Fed einen neuen monetären Ansatz verfolgen würde, würde es "Monate, wenn nicht Jahre dauern, bis dieser umgesetzt werden könnten." Und an der China-Front haben offizielle Stellen bereits selbst zurückgerudert und von "falschen Quellen" beziehungsweise "Fake News" gesprochen. Deshalb auch der Rat von Morgan Stanley. "Business as usual. Weitermachen." (hw)