Drei kanadische Firmen, bei denen Marc Faber im Aufsichtsrat saß, haben sich als Reaktion auf rassistische Statements des Schweizer Börsengurus von ihm getrennt. In seinem turnusmäßigen Investoren-Rundschreiben "Gloom Boom & Doom Report", der unter anderem dem Magazin "Business Insider" vorliegt, hatte Faber von einer angeblichen Überlegenheit hellhäutiger Menschen schwadroniert. Auch diverse US-Fernsehsender wie CNBC und Fox Networks, bei denen Faber in der Vergangenheit regelmäßig als Kapitalmarktexperte aufgetreten war, distanzierten sich daraufhin von ihm.

In seinem Brief schreibt Faber wörtlich: "Gott sei Dank wurde Amerika von weißen Menschen bevölkert und nicht von den Schwarzen. Sonst würden die USA jetzt aussehen wie Simbabwe, was eines Tages vielleicht ohnehin passiert, aber wenigstens hatte Amerika dann 200 Jahre wirtschaftlichen und politischen Sonnenschein unter einer weißen Mehrheit." Laut "Business Insider" bestätigte Faber später in einer E-Mail seinen Standpunkt noch einmal und betonte, bei seinen Ergüssen handele es sich um "eine unwiderlegbare Tatsache". Wenn es ihn zu einem Rassisten mache, dass er historische Fakten ausspreche, dann sei er wohl ein Rassist.

Umstrittener Schwarzseher
Marc Faber gelangte zu weltweiter Berühmtheit, nachdem er unter anderem den Börsencrash von 1987 und die Japan-Baisse richtig vorhergesagt hatte. Er gilt seitdem als Crash-Prophet und veröffentlicht seine Warnhinweise regelmäßig in dem oben erwähntem Anlegerbrief. Mit seinen pessimistischen Prognosen erwarb er sich den Spitznamen "Dr. Doom".

Faber war bereits vor seinem rassistischen Schreiben umstritten. Kritiker werfen ihm vor, kein eigenes Geld auf seine pechschwarzen Vorhersagen zu setzen. So sei Pessimismus nicht schwer, denn wer immer negativ eingestellt sei, bekomme irgendwann auch recht. Das würde die zyklische Funktionsweise des Finanzmarktes mit sich bringen. (fp)