Die Hausse an den Aktienmärkten geht weiter, sagt Ufuk Boydak, Vorstandsvorsitzender und Fondsmanager der Investmentboutique Loys. Man könne durchaus schon von einer "neuen Normalität" sprechen. "Auskömmliche Zinsen gibt es nicht mehr, und unter den liquiden Anlageformen sind nur Aktien attraktiv", sagt Boydak. Sowohl in Europa als auch in den USA und in den Emerging Markets geht es 2018 voraussichtlich weiter aufwärts. Lediglich die Politik bleibt ein Unsicherheitsfaktor.

Sollte Italien bei den anstehenden Parlamentswahlen auf einen Reformkurs einschwenken, würde das der Eurozone deutliche Impulse geben. Ein Risiko für Europa ist unterdessen der Brexit. In den Vereinigten Staaten wird die Unternehmensteuerreform Investitionen und Konsum beleben, sagt Boydak. Der anziehende Ölpreis dürfte den Förderboom anheizen, der schwache Greenback die Wettbewerbschancen international tätiger US-Firmen verbessern. Auf der anderen Seite könnten die Kongresswahlen im Herbst das Politikchaos vergrößern.

Schlechte Zeiten für Schnäppchenjäger
Die gute Laune an den Aktienmärkten gibt es allerdings nicht kostenlos, warnt Boydak. "Die neue Lage kommt um den Preis erhöhter Bewertungen zustande." Unternehmen, die mit dem Zehnfachen ihres Umsatzes bewertet werden, sind keine Seltenheit mehr. "Vor allem der Technologiesektor sieht teuer aus", sagt der Fondsmanager. "Die Herausforderung für das Fondsmanagement liegt im Jahr 2018 darin, trotz der neuen Normalität Aktien zu finden, die man guten Gewissens aufgrund ihrer Qualität und ihrer Bewertungen für attraktiv halten kann." (fp)