Fast ein Viertel, nämlich genau 24 Prozent aller österreichischen Haushalte ist ohne Ersparnisse. Das zeigen die Zahlen der ING Diba Austria, die im Rahmen der europaweiten ING International Survey erhoben wurden. Der Wert erscheint sehr hoch, liegt aber im europäischen Mittelfeld, denn im Durchschnitt gaben europaweit 25 Prozent an, keine Rücklagen zu haben.

Eine alte Daumenregel lautet, dass man ungefähr einen kurzfristig verfügbaren Betrag in der Höhe von drei Nettomonatseinkommen auf der Seite liegen haben sollte. So lassen sich unerwartete aber zwingend nötige Ausgaben, wie etwa eine Auto-Reparatur, bewältigen, ohne finanziell ins Strudeln zu kommen.

Burgenländer sehr häufig ohne Ersparnisse
Innerhalb Österreichs lieferten vor allem die Burgenländer ein markantes Ergebnis, denn im östlichsten Bundesland geben sogar 38 Prozent aller Haushalte an, über keine Ersparnisse zu verfügen. In Wien hingegen sind es bedeutend weniger, nämlich 22 Prozent. Große Unterschiede gibt es auch bei den Geschlechtern: Während 31 Prozent der Frauen auf keinen Finanzpolster zurückgreifen können, sind es bei den Männern bloß 17 Prozent.

Generell liegt die Sparquote der Österreicher derzeit auf einem jahrzehntelangen Tief. 2017 haben die Landsleute nur 6,4 Prozent der Einnahmen zur Seite gelegt (minus 1,5 Prozentpunkte zum Vorjahr), wie die aktuellen Angaben der Statistik Austria belegen. Das ist der tiefste Wert in der gesamten Zahlenreihe, die die Statistik Austria auf ihrer Homepage ab 1995 veröffentlicht. Die Haushalte haben gemäß dieser Statistik 2017 deutlich mehr für den Konsum ausgegeben.

Sparer sind gut abgesichert
Auf der anderen Seite stehen jene Sparer, die sehr hohe Beträge auf die Seite legen: 17 Prozent der Österreicher haben sogar mehr als ein Jahresgehalt auf der hohen Kante. Sie sind damit zwar in Finanznotfällen sehr gut abgesichert. Aber natürlich nagt die Inflation mit der Zeit am Finanzpolster. Diese Sparer könnten Teile ihrer Rücklagen längerfristig veranlagen, raten die ING-Diba-Austria-Experten. Die meisten der Sparer, nämlich 43 Prozent, verfügen laut der ING-Diba-Studie über einen Polster zwischen ein und sechs Monatseinkommen.

Es zeigte sich in der Erhebung, dass die Österreicher mit dem verfügbaren Geld vergleichsweise gut über die Runden kommen. "Unsere Lebenshaltungskosten sind immer gedeckt", sagen 63 Prozent der Befragten. Im 13-Länder-Durchschnitt behaupten dies nur 54 Prozent.

Steirer kommen am besten aus
Innerhalb Österreichs sind es vor allem die Steirer, die Einnahmen und Ausgaben gut unter einen Hut bringen können: bei 68 Prozent ist immer genug zum Leben da. Hingegen ist dies in Kärnten in nur 53 Prozent der Haushalte der Fall. Insgesamt sagen 18 Prozent der Österreicher, dass sie mit ihrem Geld kaum oder gar nicht auskommen. (eml)


Über die Umfrage
Die Umfrage der ING Diba Austria ist Teil der ING International Survey – einer Studienserie, die im Auftrag der ING Group regelmäßig verschiedene Finanzaspekte beleuchtet. Für die aktuelle Umfrage wurden vom Institut Ipsos online in 13 Ländern Europas (Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Polen, Rumänien, Spanien, Türkei, Tschechien) knapp 13.000 Personen ab 18 Jahren befragt. In Österreich wurden 1.000 Personen befragt.