Nach Ansicht der beiden Fondsmanager des mehr als eine Milliarde Euro schweren Kames High Yield Global Bond Fund, Phil Milburn und David Ennett, herrschen 2017 ideale Bedingungen für Investoren, die auf der Suche nach mehr Wertzuwachs in den riskanteren Bereichen des Anleihemarktes sind. "Sofern wir von einer galoppierenden Inflation verschont bleiben, ist unseres Erachtens das Klima ideal, ein höheres Kreditrisiko einzugehen, um 2017 Wertpotenzial zu erschließen – auch wenn das Frühjahr in dieser Hinsicht etwas heikel werden dürfte“, so Milburn. Sein Top-Pick sind Anlagen mit einem Single-B-Rating und einer Laufzeit zwischen fünf und sieben Jahren. "Außerdem favorisieren wir Titel, deren Ertrag nicht übermäßig stark davon abhängt, dass gewichtige geopolitische Veränderungen zu ihren Gunsten ausfallen", ergänzt er.

Beide Manager machen allerdings einen großen Bogen um Unternehmensanleihen aus europäischen Peripherie- und Schwellenländern. "Letztere leiden häufig unter der immensen Schuldenlast in der Bilanz und nahezu immer unter einem Währungsrisiko. Die meisten werden in harter Währung ausgegeben, während ihre Erträge häufig auf Lokalwährung lauten“, so Ennett.

Besser gefallen ihnen Unternehmen mit wiederkehrenden Einnahmeströmen wie Kabelfernsehbetreiber und Logistikunternehmen. Spannend ist auch der US-Gesundheitssektor, nicht zuletzt wegen der Frage, inwieweit der designierte US-Präsident Donald Trump die Gesundheitsreform von Barack Obama rückgängig machen wird. Dennoch schätzt Ennett bestimmte Titel wie Hospital Corporation of America (HCA) und bevorzugt ausgewählte Anlagechancen im Pharmasektor.

Neue Renditepower angezapft
Desweiteren hebt Kennett den Energiesektor hervor, der in den kommenden Monaten attraktive Chancen bieten wird. Obgleich die Ausfallquote seit Anfang Frühling 2016 gestiegen ist und etwa eines von acht Energie-, Metall- und Bergbauunternehmen nicht in der Lage ist, seine Schulden zu bedienen, sei der Markt intakt geblieben. Stattdessen refinanzierten Kreditgeber anders als in früheren Phasen des Abschwungs Energieunternehmen weiter. Gleichzeitig sei es zu einer empfindlichen Kurskorrektur gekommen, nach der sich das Ausfallrisiko im Aktienkurs angemessener widerspiegelt. "Es wurde gründlich aufgeräumt. Aber nach der Kurskorrektur und nachdem die größten Verlierer nicht mehr für Durcheinander sorgen, scheint der Sektor gut aufgestellt. Wir konnten bereits einige erfreuliche Kursanstiege beobachten, die sich 2017 fortsetzen dürften", erklären Ennett und Milburn. (aa)