Die Aktienkurse sind zuletzt nicht mehr so stark gestiegen wie zuvor, auch das Wirtschaftswachstum hat sich abgeschwächt. In diesem Umfeld werden Substanzwerte wieder spannender, sagt Paul Quinsee, Aktienchef bei J.P. Morgan Asset Management. "Unserer Ansicht nach gibt es allerdings noch keinen offensichtlichen Impulsgeber, der Anleger davon überzeugen könnte, weniger auf Wachstums- und mehr auf Substanzwerte zu setzen."

In der ersten Jahreshälfte 2018 hatten Growth-Aktien klar die Nase vorn. Im historischen Vergleich sind sie noch immer nicht zu teuer. Die Bewertungsdifferenz zwischen günstigen und teuren Titeln hat sich allerdings enorm ausgeweitet. In der Vergangenheit folgten auf eine solche Entwicklung oft Phasen, in denen Substanzaktien deutlich besser abschnitten als Wachstumswerte, erklärt Quinsee – vor allem, wenn sich zugleich Probleme an den Märkten abzeichneten.

Platzhirsche könnten enttäuschen
Aktuell sehen die Experten von J.P. Morgan AM zwar keine Anzeichen für Marktspannungen – trotz des Risikos eines eskalierenden Handelskriegs. Als Impulsgeber für Value-Aktien könnte sich jedoch das wachsende Unbehagen der Anleger darüber erweisen, dass ältere Unternehmen der Gefahr von Disruption durch neue Technologien ausgesetzt sind. Weil Investoren immer stärker den disruptiven Unternehmen vertrauen, sind die derzeitigen Marktführer anfällig für Enttäuschungen. (fp)