Die Experten des Fondsanbieters J.P. Morgan Asset Management sehen mehrere Gründe dafür, dass es bei Value-Aktien nachhaltig aufwärts geht. Die Titel stehen bereits seit dem vergangenen Sommer wieder hoch in der Anlegergunst. "Der aktuelle Aufschwung der Substanzwerte erscheint bei Betrachtung in einem längerfristigen Zusammenhang allerdings noch bescheiden", sagt Karsten Stroh, Produktspezialist für europäische Aktien.

Zyklen, in denen Value-Aktien überdurchschnittlich performen, dauerten in der Vergangenheit im Schnitt rund 28 Monate. Der längste Value-Zyklus hielt 80 Monate.

"Der aktuelle Zyklus ist mit bislang sechs Monaten noch sehr jung. Das legt nahe, dass diese jüngste Renaissance nur der Beginn einer nachhaltigen Rally sein könnte", sagt Stroh. Zehn Jahre lang schnitten Substanzwerte schlechter ab als Wachstumswerte. Ihren Bewertungsabschlag gegenüber Growth-Aktien haben Value-Aktien noch längst nicht aufgeholt.

Inflation spricht gegen Wachstumswerte
Auch die Inflationsentwicklung spricht für Value-Aktien. Historisch betrachtet haben die Papiere in Zeiten steigender Inflation immer eine Outperformance erzielt. "Diese Wechselwirkung sollte auch weiterhin Gültigkeit besitzen", sagt Stroh. Growth-Aktien reagieren sensibler auf steigende Inflationsraten, weil ihre Cashflows weiter in der Zukunft liegen. "Mit dem steiler werdenden Verlauf der Zinsstrukturkurve kommt es daher zu einer verstärkten Abzinsung der Cashflows von Wachstumsaktien, weshalb eine Outperformance von Value-Aktien zu erwarten sein dürfte", so der Experte. (fp)