Anleger sollten sich bei Schwellenländer-Investments stets der Risiken bewusst sein, mahnt Glen Finegan, Leiter des Bereichs Emerging Markets Equities bei Janus Henderson Investors. Statt sich an einem Index zu orientieren, sollten sie einen selektiven, langfristigen Investmentansatz verfolgen. "Wir halten es für zielführend, niedrig bewertete Unternehmen minderer Qualität und überbewertete Wachstumsfirmen zu meiden", sagt Finegan.

Die Rechtssysteme und die politischen Systeme sind in vielen Schwellenländern noch unausgereift. Minderheitsaktionäre sind deshalb oft nur unzureichend geschützt und müssen zudem mit starken Konjunkturschwankungen rechnen, sagt der Emerging-Markets-Experte. "Eine selektive Anlagestrategie halten wir daher für den Schlüssel zum Erfolg."

Auf die Erholung wetten
In einigen aufstrebenden Märkten finden Anleger durchaus Qualitätsaktien zu angemessenen Preisen, betont Finegan. Als Beispiele nennt er Indien, Brasilien, Chile und Südafrika. Dort litten viele Firmen in den vergangenen Jahren unter den niedrigen Rohstoffpreisen und der schwachen Konjunktur, dürften sich aber nun wieder erholen. "In China bevorzugen wir einige taiwanesische Unternehmen, insbesondere aus dem Konsumsektor, die stark in China aktiv sind", erklärt Finegan.

Die Begeisterung für Schwellenländer-Investments wächst. Das zeigt sich in starken Kapitalzuflüssen und steigenden Kursen. "Auf lange Sicht sind wir vom Potenzial der Schwellenländer überzeugt", so der Stratege. "Wir glauben jedoch, dass es 2018 so wichtig ist wie eh und je, keine Kompromisse bei der Qualität einzugehen, eine langfristige Perspektive einzunehmen und an strikter Bewertungsdisziplin festzuhalten." (fp)