Die Phobie der Anleger gegenüber Bankaktien scheint sich allmählich zu legen. Der Aktienkurs mehrerer Geldhäuser hat sich in den vergangenen zwölf Monaten fast verdoppelt. Der Aufwärtstrend könnte sich fortsetzen, sagt Uwe Eilers, Geschäftsführer der Frankfurter Vermögensverwaltung in Königstein im Taunus.

Er sieht mehrere Faktoren, die dafür sprechen, dass es den Banken besser geht als gedacht. So sei etwa die Angst vor der Konkurrenz durch Fintechs übertrieben: Viele Fintechs sind bereits wieder insolvent oder wurden von traditionellen Banken übernommen.

Mehrere auf den ersten Blick negative Trends könnten sich letztlich als Vorteil erweisen, sagt der Vermögensprofi. So wird etwa in Deutschland in den kommenden Jahren geschätzt ein Drittel der Bankfilialen geschlossen. "Das kostet zwar zunächst Geld, sollte sich langfristig aber durch erheblich gefallene Kosten auszahlen", sagt Eilers.

Rückenwind durch gute Konjunktur
Auch die Wirtschaftsentwicklung in Europa stützt die Banken. Europäische Unternehmen profitieren von den niedrigen Rohstoffpreisen, dem schwachen Euro und den nach wie vor niedrigen Zinsen. "Das stärkt wiederum die Banken durch geringere Zahlungsausfälle", erklärt Eilers. Sogar die angeschlagenen südeuropäischen Banken sind mittlerweile größtenteils auf Erholungskurs. Nicht überlebensfähige Institute werden geschlossen oder übernommen. Die verbleibenden Institute könnten in der Folge ihre Margen steigern.

Insgesamt dürften Europas Banken ihre Gewinne in den kommenden Jahren deutlich steigern, schätzt der Vermögensverwalter. "Damit wird das Vertrauen in die Institute zurückkehren, und Anleger können wieder ohne zu große Angst in Banken investieren." (fp)