Das politische Risiko in Italien ist nicht so groß, wie es scheint, erklärt der Fondsanbieter Investec. Bis morgen muss das südeuropäische Land seine Haushaltsplanung für das Jahr 2019 an die EU-Kommission melden, ein Scheitern der Regierung wird befürchtet. "Wir glauben, dass die generelle Wahrnehmung des politischen Risikos in Italien übertrieben ist", sagt Ken Hsia, Portfoliomanager des Investec European Equity Fonds

Die italienische Regierung hat Ausgaben von fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verteilt auf fünf Jahre zugesagt. "Mit der derzeitigen Wachstumsrate des Landes von 2,5 Prozent ist das beherrschbar", sagt Hsia. Angesichts offensichtlicher Spannungen zwischen italienischen Regierungsmitgliedern schließt er vorzeitige Neuwahlen in den kommenden Jahren allerdings nicht aus. Den Anteil italienischer Aktien in seinem Portfolio hat er jüngst reduziert.

"Italeave" nicht zu befürchten
Anleger sollten trotzdem entspannt bleiben. Denn auch die Befürchtungen, dass Italien die Eurozone verlässt, haben sich beruhigt. "Das zeigt der Markt für Staatsanleihen, wo die zehnjährige Rendite derzeit bei etwa drei Prozent liegt. Im Vergleich dazu lagen die Renditen während der Unsicherheit 2011/2012 zwischen fünf und acht Prozent", erklärt der Fondsmanager. Auch ein Großteil der italienischen Auslandsschulden sei refinanziert und auf sieben Jahre verschoben worden. (fp)