Der Invesco Euro Equity Fund zählt auf lange Sicht zu den besten Fonds seiner Kategorie. Auf Sicht von fünf Jahren warf die Anteilsklasse für Privatanleger 13,8 Prozent per annum ab, stolze 4,5 Prozentpunkte mehr als der Durchschnitt der Morningstar-Kategorie "Aktien Euroland Standardwerte". Das erste Quartal 2018 beendete der Fonds zwar mit einem kleinen Minus, schnitt aber dennoch deutlich besser ab als die Kategorie und der Vergleichsindex.

Portfoliomanager Jeff Taylor, seit 2001 Leiter europäische Aktien bei Invesco Perpetual, setzt in seinem Fonds prominent auf Finanzwerte und Energietitel. "Ich bin sehr davon überzeugt, dass bei den Euroland-Aktien eine große Rotation der Sektoren bevorsteht. 2016 hatten wir das schon in Ansätzen gesehen, aber nun dürfte die Rotation noch stärker ausfallen", sagte er im Interview mit FONDS professionell, das in voller Länge in der aktuellen Heftausgabe 1/2018 erschienen ist.

"Ich mag die Mischung aus sich erholenden Gewinnen und niedriger Bewertung"
Für Value-Titel würden gleich mehrere Faktoren sprechen, unter anderem die starke Wirtschaft, die hohen Unternehmensgewinne und die Tatsache, dass die Politik den Märkten weniger Stress bereitet als in den vergangenen Jahren. "Dazu kommt die Inflation, die zumindest ein bisschen anzieht – und natürlich die Tatsache, dass Value-Titel derzeit besonders günstig bewertet sind", so Taylor. "Ich mag die Mischung aus sich erholenden Gewinnen und niedriger Bewertung. Das trifft übrigens auch auf manche Aktien aus dem Telekomsektor zu."

Taylor legt bei der Aktienauswahl Wert auf eine niedrige Bewertung des Titels – aber nicht nur. "Es gibt ein eindeutiges Verhältnis zwischen dem Kurs-Gewinn-Verhältnis zum Investitionszeitpunkt und der Rendite, die man über die folgenden zehn Jahre damit erwirtschaften kann. Der Gewinn liegt gewissermaßen im Einkauf", sagt er. Dennoch verfolge er keinen reinen Value-Ansatz. "Denn wenn ich mich als Value-Manager bezeichnen würde, wären Sie überrascht, dass Sie auch den einen oder anderen typischen Wachstumstitel im Portfolio finden. Ich habe nichts gegen Growth-Werte – solange der Preis stimmt."

"Active Share" von 75 bis 80 Prozent
Der Manager beschreibt seinen Investmentansatz mit vier Stichworten: aktiv, bewertungsorientiert, pragmatisch, langfristig. "Aktiv meint dabei wirklich aktiv", betont Taylor. Der "Active Share", der die Abweichung zum Vergleichsindex misst, liege in seinem Fonds regelmäßig bei 75 bis 80 Prozent.

Der Vergleichsindex sei für ihn zwar schon von Interesse, "aber nur, um zu wissen, wie ich mich davon entfernen kann". Es spiele schon eine Rolle, welches Gewicht ein großes Unternehmen im Index habe. "Denn nur dann ist klar, ab welchem Niveau ich überhaupt einen aktiven Investmentansatz verfolge. Wenn ich eine Aktie, die drei Prozent des Index' ausmacht, wirklich gut finde, sollte sie in meinem Fonds entsprechend höher gewichtet sein. Denn wenn ich sie nur mit drei Prozent gewichte, verhalte ich mich ja nur neutral." (bm)


Im ausführlichen Interview in FONDS professionell 1/2018 erläutert Jeff Taylor ab Seite 86 seinen Investmentansatz näher. Angemeldete FONDS professionell KLUB-Mitglieder können den Beitrag auch hier im E-Magazin abrufen.