Günter Kerbler redet nicht um den heißen Brei herum. "Die Immobilienpreise haben schon ein sehr hohes Niveau erreicht. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir ein All-Time-High erreicht haben", sagt der Gründer und frühere Chef von Conwert. Mit einer kurzfristigen Marktkorrektur rechnet der Investor nicht, aber in zwei Jahren könnte es Kerblers Meinung nach so weit sein.

Bedenken haben Kerbler und sein Manager Peter Lazar, Geschäftsführer in der Kerbler Holding, bei Investments, die viele Investoren in Immobilien ohne hochwertige Substanz – wie sie die Alt-Wiener Zinshäuser bieten – tätigen. Bei Projektentwicklern, die ohne Diversifikation bis zum Anschlag arbeiten, bei überdurchschnittlichen teuren Wohnungen und Dachausbauten und bei allzu optimistischen Annahmen zu den Mieteinnahmen mahnen Kerbler und Lazar zur Vorsicht.

Die Kerbler Holding selbst ist breit aufgestellt. "Das Hauptgeschäft ist nach wie vor das Immobiliengeschäft", betont Kerbler. Aber er ist auch nach wie vor Bankier, zumal er seine Anteile an der Wiener Privatbank doch nicht verkauft, sondern 2016 sogar vergrößert hat. Vor ein paar Monaten hat sich Kerbler bei der Immobilien-Crowdinvesting-Plattform Reval engagiert. Er ist überzeugt: "Crowdfunding ist ein Zukunftsthema. Wir wollen am Ball bleiben, aber in dem Thema, bei dem wir uns auskennen: Immobilien." (ae)


Das Interview mit Günter Kerbler und Peter Lazar lesen Sie in der Heftausgabe 2/2017 von FONDS professionell, die dieser Tage den Abonnenten zugestellt wird.