Die Großwetterlage an den Kapitalmärkt stellt sich momentan gespalten dar – und Anleger sollten deshalb verschiedene Faktoren im Blick haben. Das sagt Christian Heger, Chefanlagestratege von HSBC Global Asset Management. "Einerseits sind unmittelbar keine gravierenden wirtschaftlichen Warnsignale zu erkennen. Andererseits sind geopolitische Probleme weiterhin ungelöst, zu alten Themen sind neue hinzugekommen", erklärt Heger. Das sei kein einfaches Umfeld für Anleger.

Sollten politische Themen ungelöst bleiben, könnten sie über Stimmungsverschlechterungen tatsächlich zu schwächeren Konjunkturdaten führen, warnt der Anlagestratege. "Damit wäre manches aus heutiger Sicht vernünftige Argument für Risiko-Assets, insbesondere Aktien, obsolet." In einem solchen Umfeld falle es schwer, selbst für eine nur kurzfristig aggressive Positionierung in Aktien zu werben, sagt Heger: "Deshalb ist es angebracht, an einer neutralen Positionierung festzuhalten, bis zu den aktuellen Risikofaktoren entlastende Erkenntnisse vorliegen."

Intakte Wirtschaft meets politische Unsicherheit
Momentan ist die Wirtschaft noch weitgehend intakt – und trifft auf politische Unsicherheit, stellt Heger fest. Die Konjunkturdaten in der Eurozone und in einigen Schwellenländern lassen nach, und in China wirkt das heikle Thema Handelspolitik weiterhin belastend. Die US-Konjunktur ist unterdessen nach wie vor auf solidem Wachstumskurs. "Dies bringt aber auch berechtigte Zinsdiskussionen mit sich", sagt Heger. Für Anleger ist das eine schwierige Gemengelage. Sie sollten deshalb auf Stimmungen und ihre möglichen Auswirkungen auf die Kapitalmärkte achten, empfiehlt Heger – und sich gegebenenfalls rechtzeitig auf Veränderungen einstellen. (fp)