Ray Dalio, Gründer des weltgrößten Hedgefonds Bridgewater Associates, will nach China expandieren. Der Star-Manager plant, dort einen milliardenschweren Investmentfonds aufzulegen, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf das "Wall Street Journal". Dalios Faszination für China reicht weit zurück: Er bereiste das Land zum ersten Mal im Jahr 1984, später schickte er seinen elfjährigen Sohn für ein Jahr als Austauschschüler in eine chinesische Familie.

Mit seinen China-Plänen zeigt sich Dalio risikofreudiger als noch vor einigen Wochen. Im vergangenen Monat riet er Anlegern zu Gold-Investments als Absicherung gegen politische Risiken. Insbesondere die Spannungen zwischen den USA und Nordkorea bereiteten dem Milliardär Sorgen. In dem Konflikt, der sich zurzeit eher noch weiter zuspitzt als sich zu entspannen, spielt China eine zentrale politische Rolle als möglicher Vermittler.

Im Unruhestand
Bridgewaters geplante Expansion deutet darauf hin, dass Dalio das Wort "Ruhestand" sehr frei interpretiert. Anfang dieses Jahres hatte das Hedgefonds-Urgestein verkündet, sich aus der ersten Management-Reihe zurückzuziehen. Zur Begründung verwies der mittlerweile 68-Jährige auf sein fortgeschrittenes Alter. "Jede Organisation, die von jemandem geleitet wird, der älter als 60 Jahre ist, und die behauptet, dass kein Führungswechsel ansteht, ist entweder naiv oder unaufrichtig", erklärte er damals. (fp)