Mit sogenannten Relative-Value-Strategien können Anleger auch im aktuellen Marktumfeld noch erfolgreich in Renten investieren. Das sagt Iain Lindsay, Co-Leiter des Global Portfolio Management beim Fondsanbieter Goldman Sachs Asset Management. Relative-Value-Strategien zielen ebenso wie herkömmliche Rentenstrategien darauf ab, über Erträge und Kapitalzuwachs Renditen zu erwirtschaften. Der Hauptunterschied zu anderen Strategien besteht darin, dass sie einen Kapitalzuwachs anstreben, indem sie sich für ein Auseinanderlaufen oder eine Annäherung zwischen zwei oder mehr Anlagepositionen aufstellen, anstatt auf Veränderungen einer einzelnen Position zu setzen.

Im derzeitigen Umfeld seien die generellen Renditeaussichten für herkömmliche Rentenstrategien asymmetrisch verteilt, wobei das Verlustrisiko gegenüber dem Gewinnpotenzial überwiegt, erklärt Lindsay. Die Risikoprämien seien in allen bedeutenden Sektoren des globalen Anleihemarktes im historischen Vergleich relativ niedrig. "Dies bedeutet, dass Erträge nur eingeschränkt zur Rendite beitragen können", so Lindsay.

Drei Beispiele für ein aussichtsreiches Relative-Value-Investment
Anleger könnten die Relative-Value-Strategie auf unterschiedliche Arten fahren. So können sie zum Beispiel auf die wachsenden Unterschiede des Finanzumfelds in Europa und den USA setzen oder auf die Trendumkehr bei italienischen gegenüber deutschen Anleiherenditen. Die flacheren globalen Zinskurven bieten zudem eine gute Möglichkeit, sich mit einer Relative-Value-Strategie auf die globalen Zinskurven zu fokussieren. 

Grundsätzlich erfordert die Umsetzung von Relative-Value-Strategien ein breit angelegtes, globales Anlagespektrum und einen ausreichenden Ermessensspielraum, sagt Lindsay. "Aus unserer Sicht liefern diejenigen Portfoliostrategien vielversprechende Ergebnisse, die eine absolute Rendite verfolgen, den Einsatz von Derivaten zulassen und die Diversifizierung in den Mittelpunkt stellen." (fp)