Anleger sollten nicht überoptimistisch ins Jahr 2018 gehen, sagt Robert Beer, Geschäftsführer von Robert Beer Investment. Zwar seien die Prognosen für alle drei großen Wirtschaftsblöcke gleichermaßen zuversichtlich, was zu guten Aussichten für das Börsenjahr 2018 führt. "Mit Blick auf einige Entwicklungen ist jedoch Vorsicht geboten", mahnt Beer. 

So sei die Investitionsquote der Fonds auf Rekordniveaus, der Optimismus und Risikoappetit der Anleger ebenso. "Umgekehrt liegt die Volatilität auf Allzeittiefs, Angst vor Rücksetzern und Kurseinbrüchen ist nicht vorhanden", so Beer. Bei solch extremen Positionierungen sollten Investoren die Risiken im Blick behalten, selbst wenn die wirtschaftlichen Aussichten positiv sind. "Sowohl politische und wirtschaftliche Entwicklungen als auch ein langsames Umdenken der Notenbanken könnten zu mehr Volatilität führen", sagt Beer. 

"Long only" ist nicht alles
Aktuell könne sich offenbar niemand vorstellen, dass die Märkte einen größeren Rücksetzer erleiden könnten, stellt Beer fest: "Während vor zwei Jahren die Angst regierte, sehen Marktteilnehmer nun Chancen und Optimismus."

Angesichts der Fundamentaldaten blickt auch Beer positiv in die Zukunft. "Ich rate jedoch allen Anlegern, kritisch zu hinterfragen, ob eine Long-Only-Strategie nach neun guten Börsenjahren dem individuellen Risikoappetit gerecht wird", sagt er. Da Anleihen unter Renditeaspekten weiter keine Option darstellen, passten risikoadjustierte Aktienanlagen oftbesser zur aktuellen und einer eventuell anders gelagerten Marktlage. (fp)