Die heimischen Investmentfondsgesellschaftendaften dürfen sich – so keine negativen Ereignisse mehr hereinbrechen – über ein Rekordjahr freuen: Das von den österreichischen Investmentfondsgesellschaften verwaltete Fondsvolumen stieg in den ersten zehn Monaten des Jahres um 8,2 Milliarden auf 175,3 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg um 4,9 Prozent, wie die VÖIG (Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften) anlässlich der Fondstage in Saalfelden mitteilt.

Damit liegt das verwaltete Vermögen erstmals wieder über dem Vorkrisen-Hoch aus dem Jahr 2006. Damals lag der Wert zu Jahresende bei 167,3 Milliarden Euro. 2016 war man knapp an dieser Marke gescheitert. Es hat also mehr als zehn Jahre gedauert, um die Finanzkrise in dieser Hinsicht zu überwinden.

Ungebrochen ist dabei der seit Jahren zu beobachtende Trend zu gemischten Portfolios. Dieses Anlagesegment verzeichnete allein einen Nettomittelzufluss in Höhe von 3,5 Milliarden Euro. "Bereits 43,3 Prozent des gesamten Fondsvolumens werden in gemischten Strategien veranlagt", sagt VÖIG Präsident Heinz Bednar.

Performancesieger waren aber österreichische Aktienfonds (35,46 Prozent), gefolgt von Aktienfonds Europa ohne UK (27,36 Prozent) und Aktienfonds Euroland (19,01 Prozent), wie es bei der VÖIG heißt.

Bei den vermögensverwaltenden Fonds bewegte sich die Performance zwischen rund 2,78 bis 8,69 Prozent. Die Rentenfonds entwickelten sich in einem Bereich zwischen -0,14 Prozent und 1,62 Prozent. Die Geldmarktfonds performten knapp negativ.

Ethik zählt – Kriterienkatalog in Arbeit
Ein weiterer Trend ist bei den ethisch korrekten Anlagen zu sehen: Das Volumen der gemäß der VÖIG-Kategorisierung als nachhaltig eingestuften Fonds habe sich seit 2011 auf ein Volumen von rund 4,4 Milliarden Euro mehr als verdreifacht. Die VÖIG entwickelt derzeit, basierend auf dem österreichischen Umweltzeichen UZ49, Kriterien für nachhaltige Fondsprodukte für Retailinvestoren. Damit will man den Fondsstandort Österreich in diesem Bereich weiter entwickeln.

Sehr erfolgreich entwickeln sich außerdem nach wie vor die österreichischen Immobilien-Investmentfonds. So stieg das Volumen per Ende Oktober um 10,4 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro. "Die stabilen Wertentwicklungen in dieser Assetklasse und die starke Nachfrage nach Sachwertveranlagungen haben dazu geführt, dass sich die offenen Immobilienfonds in den letzten Jahren im Retailbereich stark etablieren konnten", sagt Bednar. (eml)