Seit Jahren kennen die Börsen der Industriestaaten offenbar nur eine Richtung: aufwärts. Mittlerweile mehren sich allerdings die Zeichen für eine Übertreibung, warnt Fidelity-Fondsmanager Christian von Engelbrechten. Eines der Indizien: Zykliker und Firmen mit niedriger Qualität führten den Markt in den vergangenen zwölf Monaten an. "Wenn Anleger nicht mehr auf die Güte der Unternehmen achten, die sie kaufen, ist das ein Zeichen für Euphorie", sagt von Engelbrechten, der für den Fidelity Germany Fund verantwortlich zeichnet

Mehrere Frühindikatoren deuten darauf hin, dass die Stimmung drehen könnte. So gab etwa der Economic-Surprise-Index der Citigroup, der bis dato überraschend positiv ausgefallen war, in den vergangenen Monaten deutlich nach. Auch Einkaufsmanagerindizes drehen nach unten. Und der stärkere Euro sorgt für Gegenwind bei Exportwerten.

"Die Gefahr weiterer Enttäuschungen ist groß", sagt der Fidelity-Manager. "Das gilt vor allem für zyklische Unternehmen und Werte mit niedriger Qualität." Deren Kurse preisen nämlich weiterhin einen wirtschaftlichen Aufschwung ein.

Qualität setzt sich durch
Umsichtige Anleger sollten jetzt besser auf solide Wachstumswerte setzen, rät von Engelbrechten. Darunter fallen nach seiner Definition  Unternehmen, die sich durch ein hohes, kontinuierliches Wachstum auszeichnen, das auch in einem schwierigen Marktumfeld hält.

Das Geschäftsmodell solcher Firmen ist vergleichsweise unabhängig von Konjunkturzyklen. Oft zeichnen sich die Unternehmen auch durch eine nachhaltig hohe Gesamtkapitalrendite und höhere Wachstumsraten als der Gesamtmarkt aus. (fp)