Für Manager von Hedgefonds läuft es nach zwei enttäuschenden Jahren im Moment gut. Rechnet man die bislang erzielte Rendite auf das Gesamtjahr hoch, dann kommt ein zweistelliger Ertrag heraus, wie das Handelsblatt schreibt. Verschiedene Strategien wie diejenigen, die auf globale Makrodaten oder Firmenzusammenschlüsse setzen, sind wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Experten wie Hedgefondsselektor Marcus Storr vom Vermögensverwalter Feri sind aber skeptisch, ob große und in der Vergangenheit erfolgreiche Häuser wieder an alte Glanzzeiten anknüpfen können.

In einem Interview mit dem Handelsblatt berichtet Storr, dass bei vielen Hedgefonds-Granden an eine zweistellige Rendite nicht mehr zu denken sei. "Vorbei sind die Zeiten, als in den sogenannten Marmortempeln in den 80er-und 90er-Jahren eine fantastische Performance erzielt wurde", sagt Storr. Trotz der Schwierigkeiten ließen manche Riesen bei den Gebühren nach wie vor nicht mit sich reden – und transparent seien sie ebenfalls nicht. "Doch das geht heute nicht mehr. Offenheit bei der Anlage ist Trumpf, wenngleich mit ein bis zwei Monaten Verspätung. Investoren wollen verstehen, wie ihr Geld angelegt wurde und wird."

Entwicklungsland Deutschland
Storr meidet diese Megafonds daher. Er verweist dabei auch auf Studien, die deren schlechtes Risiko-Rendite-Profil zeigen. "Nach unserer Erfahrung erzielen gerade Hedgefonds, die Aktien über- und untergewichten, mit einem Volumen von 100 bis 500 Millionen Dollar eine Rendite, die ein bis zwei Prozentpunkte höher liegt als der Vergleichsindex der Branche", führt der Experte gegenüber der Zeitung aus.

Ein Durststrecke für die Industrie, die mit 3,4 Billionen US-Dollar beim global verwalteten Vermögen jüngst einen neuen Rekordwert erreichte, sieht er nicht: "Jeder Pensionsfonds, jede Versicherung hält inzwischen auch Anteile an Hedgefonds. Das gilt vor allem für die USA und Asien, aber verstärkt auch für Europa." Deutschland sei diesbezüglich ein Entwicklungsland. Die Anlagequote dürfte hier bei etwa einem Prozent im Vergleich zu den Gesamtinvestitionen liegen. (jb)