Gold-Anleger sollten die Teuerung im Blick behalten, rät Martin Siegel, Edelmetallexperte der Investmentboutique Stabilitas. "Es gibt immer deutlichere Inflationssignale aus dem Markt, wie etwa den steigenden Ölpreis", sagt er. "Steigende Zinsen und eine ansteigende Inflationsrate bieten das perfekte Umfeld für eine Gold-Hausse." Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), ihre Anleihekäufe zurückzufahren, spiele dagegen für den Goldpreis keine Rolle. Ebenso wenig die Nominierung von Jerome Powell zum nächsten Chef der US-Notenbank Fed.

Im Oktober tendierten Edelmetalle im Großen und Ganzen seitwärts. Der Goldpreis schloss mit einem leichten Minus von 0,6 Prozent bei einem Kurs von 1.270 US-Dollar je Feinunze. "Obwohl sich noch kein Trend herausgebildet hat, beobachten wir, dass die Kurse zumindest nicht mehr nachgeben und stabil aussehen", sagt Siegel. Silber legte im vergangenen Monat um 0,3 Prozent zu und schloss bei 16,71 Dollar je Feinunze. Auch die Kurse von Minenaktien befinden sich in einer stabilen Seitwärtsbewegung.

Palladium profitiert von hoher Industrienachfrage
Platin und Palladium entwickelten sich im Oktober unterschiedlich. Während Platin nur ein leichtes Plus von 0,8 Prozent verbuchen konnte, legte Palladium um fünf Prozent zu. Damit wird es mit einem Kurs von 984 Dollar je Feinunze weiterhin stärker gehandelt als Platin mit 920 Dollar je Feinunze. Seit Anfang 2017 ist der Palladiumpreis um mehr als 30 Prozent gestiegen. "Ob das wirklich nur am Diesel-Skandal liegt, ist in diesem kleinen Markt schwer zu beurteilen", sagt Siegel. "Sicher scheint jedoch, dass es für Palladium weiterhin ein deutliches Angebotsdefizit gibt, während für Platin nur ein geringes Angebotsdefizit prognostiziert wird."

Die Basismetalle entwickelten sich im vergangenen Monat solide. Während Blei 3,2 Prozent verlor, konnten Zink (plus 0,7 Prozent), Aluminium (plus 2,7 Prozent) und Kupfer (plus 5,9 Prozent) punkten. Monatssieger war Nickel mit einem Plus von 10,8 Prozent. Als Grund für den Kursanstieg nennen Analysten eine gestiegene Nachfrage aus der Batterieproduktion für Elektroautos. (fp)