Welches Wort beschreibt am treffendsten, was die Europäische Zentralbank (EZB) in Sachen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik seit einigen Monaten unternimmt? "Herantasten", "vorfühlen", "auskundschaften"? Der Begriff "sondieren" jedenfalls verbietet sich, ist er im Zusammenhang mit den dann doch noch stattgefundenen Berliner Koalitionsgesprächen zuletzt geradezu inflationär benutzt worden. Apropos "inflationär": Damit hapert es den jüngsten gesamtwirtschaftlichen Euroraum-Statistiken zufolge leider immer noch. Vom Zwei-Prozent-Ziel der Währungshüter zumindest ist die Teuerungsrate noch ein gutes Stück entfernt.

Dennoch verbreitete EZB-Präsident Mario Draghi auf der jüngsten Pressekonferenz mehr Konjunkturoptimismus, als von Analysten und Ökonomen im Vorfeld erwartet worden war – auch wenn ihm der Begriff "Zinswende" nicht über die Lippen kam, was einige Beobachter bereits zu der Annahme veranlasst, dass es in Draghis Amtszeit (sein Vertrag endet im Oktober 2019) keine echten Schritte nach oben mehr geben dürfte.

Oberflächlich besehen bleibt zwar alles beim Alten: Der Leitzins im Euroraum verharrt unverändert auf dem Rekordtief von null Prozent. Geschäftsbanken, die Einlagen bei der Notenbank parken, müssen weiterhin "Strafzinsen" in Höhe von 0,4 Prozent berappen. In seiner Rede aber ließ der EZB-Präsident einen Passus aus, der in vielen seiner Manuskripte zuvor Standard war.

Um welchen Kernsatz es geht und wie Fachleute die neue Tonlage beurteilen, hat FONDS professionell ONLINE bei Anlagestrategen, Fondslenkern und Ökonomen bei Banken, Versicherern und Asset Managern in Erfahrung gebracht – klicken Sie sich durch unsere Fotostrecke oben! (ps)