Der Beginn der Ära des neuen US-Präsidenten Donald Trump verlief zumindest aus Kapitalmarktsicht einigermaßen unspektakulär, erklärt der Fondsanbieter Deka. "Nach dem freundlichen Jahresstart blieb die Tendenz an den Märkten auch nach der Amtseinführung am 20. Januar leicht positiv", sagt Steffen Selbach, Leiter Vermögensverwaltung & Multi Asset bei Deka. Das sei wenig überraschend, zumal höhere Wachstums- und Inflationsraten eine strukturelle Unterstützung für Risikomärkte darstellten. "Vor diesem Hintergrund ergibt sich für uns derzeit kein akuter Handlungsbedarf. Wir behalten unsere bisherige taktische Positionierung bei", sagt Selbach.

Indes bereitet der etwas zu schnelle Bewertungsanstieg an den Aktienmärkten den Deka-Strategen leichtes Unbehagen. "Kurzfristig rechnen wir mit moderaten Kursrückgängen", sagt Selbach. Diese könnten aber angesichts der verbesserten Gewinnentwicklung der Unternehmen als Chance für Zukäufe genutzt werden. Vorerst will der Deka-Fachmann aber seine neutrale Positionierung bei Aktien beibehalten. Auf der Rentenseite falle das Chance-Risiko-Profil weiterhin "eindeutig zu Ungunsten von Staatsanleihen" aus, sagt Selbach. Er empfiehlt daher eine insgesamt kürzere Portfolioduration.

Wirtschaftliche Erwartungen auf hohem Niveau
Derweil bleiben die wirtschaftlichen Erwartungen der Unternehmen weltweit auf hohem Niveau, sagt Stefan Keitel, Vorsitzender der Deka-Geschäftsführung: "Langsam legt sich der Staub, den die neue US-Regierung in ihren ersten Wochen aufgewirbelt hat." Nun komme eine Weltwirtschaft zum Vorschein, die moderat, aber stetig wächst. Die Inflationsentwicklung bewertet Keitel als "unauffällig": Hier werde sich noch zeigen, dass anfängliche Inflations- und Zinsängste übertrieben waren. (fp)