Anleger betrachten die hohe Verschuldung vieler Staaten und die aufgeblähten Bilanzen der großen Notenbanken mit Sorge. Eine Gefahr für die Weltwirtschaft ist der Schuldenberg aber kaum, sagt Hans Bevers, Chefvolkswirt beim Fondsanbieter Degroof Petercam. "Das globale Finanzsystem, in dem auch Notenbanken zwangsläufig eine wichtige Rolle spielen, ist ständig verschiedensten Risiken ausgesetzt", erklärt er. Investoren sollten Ruhe bewahren: "Krisen gehören zum kapitalistischen System."

Der Ökonom schließt sich zwar grundsätzlich der Ansicht an, dass Staatsfinanzierung nicht zur Aufgabe von Notenbanken gehört. Deren aufgeblähten Bilanzen sind aber nicht der Rede wert, sagt er. Die Zentralbanken schieben die aufgekauften Assets schließlich nur vor sich her. Anders als Staaten können sie nicht zahlungsunfähig werden. Außerdem ist der Ausstieg aus den Ankaufprogrammen sorgfältig kommuniziert worden, so Bevers. Größere Überraschungen sind deshalb nicht zu erwarten.

US-Fiskalpolitik wird gefährlich für die Wirtschaft
Ein größeres Risiko für die Weltkonjunktur sieht Bevers derzeit in der Fiskalpolitik der Vereinigten Staaten. "Ein jährliches Haushaltsdefizit von fünf Prozent und mehr des Sozialprodukts sind eher unangebracht in der Spätphase des globalen Konjunkturzyklus", sagt er und warnt: "Die Art und Weise, wie Donald Trump das US-Wachstum mit fiskalen Maßnahmen künstlich aufbläht, könnte die globale Konjunktur in ihrem jetzigen Stadium ernsthaft gefährden." (fp)