Zahlreiche Investoren folgten der Einladung von Jupiters Karl Banyai, Sales Director für Österreich, um sich in den exklusiven Räumlichkeiten des Wiener Palais Coburg ein Markt-Update zu holen und sich im Anschluss im Rahmen eines Get-togethers bei Gesprächen auszutauschen und dabei das persönliche Netzwerk zu stärken.

Besonderes Interesse galt dem Makro-Ausblick von Jupiters Senior Advisor Miles Geldard. Dieser war tendenziell in Moll-Tönen gehalten. Denn Aktien wie auch Renten sind nach rund neunjähriger beziehungsweise mehr als dreißigjähriger Hausse zumindest nach traditionellen Gesichtspunkten sehr hoch bewertet. Hinzu kommen politische Unsicherheiten wie Nordkorea und insbesondere US-Präsident Donald Trump. Geldard hält aber eine atomare Eskalation in Nordkorea für weniger wahrscheinlich als eine unbedachte Aktion seitens Trumps.

Positiv sei laut Geldard die wirtschaftliche Entwicklung. Fast überall auf der Welt wächst das BIP. "Die Realwirtschaft entwickelt sich sehr stabil." Aber auch das führt zu Problemen: Denn viele Unternehmen erhöhen aufgrund der derzeit niedrigen Zinsen ihre Verschuldung. Oftmals auch, um Übernahmen zu stemmen. Hinzu kommen Investoren, die aus Renditegründen bei den Bonitäten Abstriche machen müssen und immer stärker in den HY-Bereich gehen und in Folge in diese hoch verschuldeten Unternehmen investieren.

Begleitet wird diese Fehlentwicklung von einer immer größer werdenden Sorglosigkeit auf der Investorenseite. Viele Marktteilnehmer schreiben laut Geldard den Status Quo fort und gehen auch zukünftig von gutem Wirtschaftswachstum, niedriger Inflation, niedrigen Zinsen sowie geringen Marktschwankungen aus. Sobald sich dies aber ändert – beispielsweise wenn die Zentralbanken doch eine restriktivere Geldpolitik als vielfach erwartet verfolgen sollten – könnte es zu einem bösen Erwachen kommen und die Kurse weltweit fallen.

Übermütige Investoren
Dann würden die unvorsichtig, fast schon übermutig gewordenen Investoren am falschen Fuß erwischt und in Folge die schmerzhafte Lektion lernen, dass an den Märkten Risiko und Rendite immer zusammenhängen und es keinen "Free Lunch" gibt. "Bullenmärkte sorgen am Ende immer für schlechte Gewohnheiten", erklärte der erfahrene Geldard, um gleich darauf Kritik an Smart Beta Strategien, ETFs und Risk Parity-Ansätzen zu üben. Denn wenn es zur einer Marktkorrektur kommt, könnten diese Produkte respektive deren enttäuschten Verkäufer die Korrektur verstärken und für weitere Turbulenzen an den Märkten sorgen.

Geldard riet abschließend den anwesenden Investoren, sich auf höhere Volatilitäten einzustellen und einen Teil des Portefeuilles in Marktsegmenten zu investieren, die auch bei fallenden Kursen entweder weniger stark in Mitleidenschaft gezogen werden oder besser noch im Wert zulegen können. Nennenswert seien beispielsweise Wandelanleihen, spezielle Emerging Markets-Segmente oder Long/-Short-Strategien, die im Anschluss an Geldards Makroausblick in drei einzelnen Vorträgen dem Konferenzpublikum kurz und knackig vorgestellt wurden. (aa)