Die Kollision zwischen dem monetären, wirtschaftlichen und politischen Zyklus stellt momentan das größte Risiko für die Märkte dar, auch wenn diese kurzfristig nur auf die politische Komponente fokussiert sind. Das sagt Didier Saint-Georges, Mitglied des Investmentkomitees und Managing Director beim Fondsanbieter Carmignac. Infolge von Veränderungen des politischen, monetären und wirtschaftlichen Systems seien die Märkte bereits instabil. Deshalb legt Carmignac derzeit lieber in erstklassigen Werten als in Sektoren an.

Nachdem die Zentralbanken jahrelang die Finanzmärkte und das wirtschaftliche Geschick der Industrieländer gelenkt haben, ist ihre Aufgabe nun mehr oder weniger erledigt, sagt Saint-Georges. "Diese Trendwende hat die Märkte geschwächt, die zehn Jahre lang von einer Geldschwemme profitierten", erklärt er. Das Ende der lockeren Geldpolitik gebe zudem auch zwei anderen Kräften Raum, nämlich dem Wirtschaftszyklus und der Politik. 

Höchste Vorsicht geboten
So zeige der Wirtschaftszyklus erste Anzeichen einer Abschwächung, erklärt der Investmentexperte. Auf politischer Ebene sei in den vergangenen zwei Jahren in vielen Ländern eine Art Rebellion gegen die etablierte Wirtschaftsordnung entstanden. "Wir haben bereits auf die Gefahr hingewiesen, die diese neue politische Phase auf mittlere Sicht für Anleger darstellt", sagt Saint-Georges.

Diese Gefahr sei nach wie vor präsent – und dazu gesellten sich nun auch die geldpolitische Trendwende und der schwächer werdende Wirtschaftszyklus. Und unabhängig davon, ob es tatsächlich zu einem Handelskrieg komme oder nicht: "Kurzfristig mahnt die Sorge um Kapitalerhalt in allen Szenarien zu höchster Vorsicht." (fp)