Die Zeiten für High-Yield-Bonds sind gut, sagt Shannon Ward, Portfoliomanagerin der Capital Group. Insbesondere bei US-Titeln sieht sie derzeit attraktive Investmentchancen. Grundlage für ihren Optimismus sind die Fundamentaldaten der Unternehmen. "Die Frage ist: Sind ihre Umsätze und Cashflows stabil? Zurzeit würde ich diese Frage mit ja beantworten", so die Managerin. Viele Unternehmen erzielen dank stabiler oder wachsender Erträge hohe Cashflows. Nur wenige sind hoch verschuldet.

Das niedrige Zinsniveau und die expansive Geldpolitik unterstützen Unternehmen zusätzlich. "Der Schuldendienst fällt ihnen leicht", sagt Ward. Das zeigt sich auch daran, dass die großen Ratingagenturen zuletzt nur wenige Unternehmen herabgestuft haben. "Außerdem halten sich die Zahlungsausfälle in Grenzen", so die Expertin der Capital Group. "Mit etwa zwei Prozent sind sie zurzeit sehr niedrig." Der historische Durchschnitt liegt bei drei bis vier Prozent.

Vorsicht bei schlechter Bonität
Ward geht davon aus, dass sich Hochzinsanleihen auch 2018 gut entwickeln. Die Renditen der Papiere liegen derzeit bei rund sechs Prozent. "Einen so hohen Kuponertrag kann man anderswo kaum verdienen", betont sie. Es gibt allerdings auch Risiken: So hat sich unter Investoren eine gewisse Sorglosigkeit breit gemacht. Titel mit niedriger Kreditqualität bieten kaum noch höhere Erträge als Anleihen mit einem B-Rating. "Bei Papieren mit schlechteren Ratings als B oder BB ist Vorsicht geboten", warnt die Fondsmanagerin. (fp)