Puerto Rico hat sich mit Anleihen in die Pleite geritten, meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Das US-Sondergebiet in der Karibik hatte sich über Jahre hinweg zweistellige Milliardenbeträge an den Bondmärkten geliehen. Vieles davon wurde mit großen Projekten, Regierungsbürokratie, täglichen Ausgaben und mehr verschwendet, die Schulden wuchsen immer weiter an. In diesem Monat musste die Regierung der Insel schließlich Gläubigerschutz beantragen. Es ist die größte Pleite einer Gebietskörperschaft in Amerika.

In den zurückliegenden rund zehn Jahren hatten gleich 18 verschiedene staatliche Institutionen Puerto Ricos Anleihen emittiert. Die Chefs wechselten alle vier Jahre mit dem Amtsantritt eines neuen Gouverneurs. Die Institutionen nutzten Bonds etwa für die Bezahlung von Schulen, Krankenhäusern oder Sportplätzen, Anleihen halfen auch bei Gehältern und Renten. 

Schulden haben sich verdoppelt
Seit dem Jahr 2006 haben die ausstehenden Schulden des Landes sich so fast verdoppelt. Im Jahr 1999, als Puerto Rico noch über ein Investment-Grade-Rating verfügte, kam das US-amerikanische Sondergebiet auf rund 16 Milliarden US-Dollar an öffentlichen Schulden. Heute sind es 74 Milliarden US-Dollar, die Bonitätsnote liegt im Ramschbereich.

Puerto Ricos Wirtschaft schrumpft schon seit einem Jahrzehnt, viele Einwohner sind arbeitslos und leben in bitterer Armut. Das ist auch eine Folge der falsch eingesetzten Bonds: "Jeder Ort in Puerto Rico hat ein neues Baseball-Spielfeld", sagt Emilio Pantojas-Garcia, Soziologie-Professor an der University of Puerto Rico, Rio Piedras: "All diese Bürgermeister nutzten geliehenes Geld, um Dinge zu bauen, die nicht ausgelastet waren." (fp)