Die Märkte präsentieren sich angesichts der jüngsten Eskalation in Syrien überraschend ruhig, kommentiert Martin Lück, leitender Kapitalmarktstratege bei Blackrock. "Die Aktienmärkte nahmen von den Militärschlägen westlicher Länder kaum Notiz, die Kurse bewegten sich nach oben. Von Kriegsangst keine Spur." Die besonnene Reaktion der Anleger ist bemerkenswert, weil sich seit Anfang Februar insgesamt mehr Nervosität an den Kapitalmärkten breit macht.

Neben den Inflations- und Zinsängsten, die sich im Februar manifestierten, zweifeln immer mehr Anleger an den bisherigen Wachstums- und Gewinnerwartungen. Schuld daran ist unter anderem das protektionistische Getöse aus dem Weißen Haus, sagt Lück. "Wenn die Welt der Finanzanleger etwas zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht gebrauchen kann, dann sind es weitere Kratzer am Goldilocks-Szenario, das uns ein so prächtiges 2017 und immer noch einen sehr erfreulichen Start in dieses Jahr beschert hat", so der Stratege.

China wird zur Stimme der Vernunft
Der Blackrock-Experte findet es beruhigend, dass Aktienanleger auf etwas so Drastisches wie einen Raketenangriff besonnen reagieren. "Eine nicht unerhebliche Rolle dürfte dabei gespielt haben, dass Chinas Regierung sich konstruktiv zu handelspolitischen Fragen geäußert und damit die Angst vor einem Handelskrieg mit den USA zumindest kurzfristig deeskaliert hat", urteilt er. "Wir lernen, dass es immer noch gute Nachrichten von der Makroseite gibt, die Investoren davon abhalten, geopolitische Risiken durch die Risk-Off-Brille zu sehen." (fp)