Die Sozialpartner am Kreditsektor haben nach intensiven Verhandlungen eine Branchenarbeitsstiftung aufgestellt. Das berichten Gewerkschaft und Branchenvertreter in einer Aussendung. Wenn die Banken in den kommenden Jahren Stellen abbauen, können sich die betroffenen Arbeitnehmer in die Stiftung begeben. Sie erhalten dort Ausbildungsmöglichkeiten oder Berufsberatung bei verlängertem Arbeitslosengeldbezug.

Laut Medienberichten sagte Franz Rudorfer, Geschäftsführer der Bundessparte Bank und Versicherung in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), dass die Stiftung vorerst bis 2022 besteht. Sie könnte aber verlängert werden "wenn sie sich bewährt". Die Einrichtung ist auf maximal 4.500 Mitarbeiter ausgelegt. Das wären knapp 6,5 Prozent der 70.000 Beschäftigten in den Banken.

Banken, AMS und WAFF zahlen ein
Die Geldhäuser zahlen laut Rudorfer bis zu 36 Millionen Euro ein. Das AMS beteiligt sich mit 14 Millionen Euro. Aus dem Wiener Förderungsfonds WAFF sollen vier Millionen Euro kommen.

Die Stiftung verlängert das Recht auf Arbeitslosenbezug. Betroffene können demnach drei beziehungsweise vier Jahre (über 50-jährige) lang eine Fortbildung absolvieren.

Die Branchenarbeitsstiftung solle die Folgen des Strukturwandels in der Finanzbranche abfedern und sei ein wichtiges Instrument für eine Qualifizierung und Umschulungsmöglichkeit von Mitarbeitern, heißt es in der Aussendung der Verhandlungspartner. Die Stiftungsträger der Branchenarbeitsstiftung sind die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und der WAFF (Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds).

Zahlreiche Jobs in der Bankenbranche sind aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung, aufgrund der Tendenz zum Onlinebanking und wegen des steigenden Kostendrucks bedroht. Holger Sachse, Bankenexperte von BCG, hatte zum Beispiel im Vorjahr gegenüber FONDS professionell damit gerechnet, dass innert drei Jahren 25 Prozent der Filialen wegfallen. Notenbank Gouverneur Nowotny hatte 2015 gemeint, dass es mittelfristig 30 Prozent weniger Bankangestellte geben werde. (eml)