In den kommenden Wochen sollen die ersten beiden BfG-Crowdfunding-Projekte in Kooperation mit der Plattform Respekt.net lanciert werden, sagt Teresa Arrieta, Sprecherin der Bank für Gemeinwohl (BfG) zu FONDS professionell ONLINE. Weitere Projekte seien in der Pipeline.

Es würden Projekte finanziert, die sich am Gemeinwohl orientieren. Die Renditen sollen oft "reward based" sein – sprich: Eine Gegenleistung oder ideelle Anerkennung soll im Vordergrund stehen. Gleichzeitig listet die BfG auch Modelle wie Darlehen mit der Möglichkeit zum Zinsverzicht für die Gläubiger auf oder die Wahl zwischen Gutscheinen oder Zinsen. Ein eigenes Gütesiegel soll die ethische Komponente sichtbar machen. Damit gesellt sich ein neuer Anbieter in das in Österreich rasch wachsende Anlagesegment.

Großinvestor soll FMA-Zustimmung erleichtern
Der Antrag für die kleine Banklizenz (nach Zahlungsdienstegesetz) wird laut Arrieta im Mai bei der FMA eingereicht, die Genehmigung erhofft man sich für 2018. Ein Großinvestor soll die Zustimmung der Behörde vorantreiben: Man stehe in Verhandlungen mit der deutschen Ethikbank GLS, die bereits mit einem größeren Genossenschaftsbeitrag beteiligt ist. Sie könnte nun auch über einen "sehr hohen" Investitionsbetrag BfG-Aktionär werden. In der BfG wird am Wochenende darüber abgestimmt. Auch mit anderen Ethikbanken stehe man in Verhandlungen.

Ursprünglich hatte die BfG schon für 2017 eine Vollbanklizenz angestrebt. Daraus dürfte noch länger nichts werden. Derzeit haben die Genossenschafter nur rund 3,6 Millionen Euro Kapital gezeichnet. Nötig sind laut Arrieta rund zwölf Millionen. "Wir streben auch die Vollbanklizenz an. Wir rechnen circa 2020 bis 2021 damit, wenn es schneller geht, umso besser", so Arrieta.

Ethikfonds und mobile Berater
Mit der kleinen Lizenz soll 2018 Privaten und Unternehmen ein Gemeinwohlkonto in Onlineform inklusive Kreditkarte und Bankomatservice zur Verfügung stehen. Ethische Fonds sollen später in Kooperation mit der GLS angeboten werden.

Die BfG bekommt gerade ihr österreichweit sechstes Regionalbüro dazu. "Vorerst sind das nur produktive Bürogemeinschaften. Natürlich ist das aber auch ein Vertriebsweg und später ist auch geplant, dass es in der BfG mobile Finanzberater gibt", so Arrieta.

Jedenfalls ist auf der Homepage der BfG das heimische Finanz-Start-up Baningo als Kooperationspartner angeführt. Baningo vernetzt in zahlreichen anderen Kommerzbanken bereits Bankberater und Kunden. Vorerst gehe es nur um eine Marketingpartnerschaft, heißt es bei Baningo. Aber natürlich mache eine geschäftliche Zusammenarbeit Sinn, wenn die BfG einmal operativ gestartet sei, heißt es. (eml)