Anleger müssen lernen, über Hypes hinauszudenken, die die Märkte bloß kurzfristig antreiben. Dieser Meinung ist Matt Lovatt, Global Head of Business Development beim Fondsanbieter Axa Investment Managers (Axa IM). Darüber hinaus müssten sie ihre Investments daraufhin prüfen, ob die Unternehmen diese langfristigen Umbrüche begrüßen und umsetzen oder ignorieren. "Weder Bewertungskennziffern noch Research der Unternehmen sind dafür eine verlässliche Grundlage. Um eine tiefe, umfassende Analyse der einzelnen Unternehmen führt daher kein Weg vorbei", sagt Lovatt.

So seien zum Beispiel demografischer Wandel und Technologie Megatrends, die die Wirtschaft zweifellos über Jahrzehnte hinweg nachhaltig verändern werden. Dennoch bedeute dies keineswegs, dass alle Firmen diesen Wandel begrüßen und die richtigen Konsequenzen ziehen.

Besonders am Beispiel der Digitalisierung werde deutlich, wie leicht Investoren den Hype mit dem langfristigen Trend verwechseln könnten. "Der Enthusiasmus in diesem Bereich weckt mitunter Erinnerungen an die Dotcom-Blase", sagt Lovatt. 

Hinter den Hype blicken
Es sei jedoch möglich, hinter den Hype zu blicken, und Potenziale für langfristige Entwicklungen zu erkennen. Anlegern empfiehlt er, beim Thema Technologie stets zwei Aspekte mitzubedenken: "Erstens dauert es oft länger als erwartet, bis sich eine neue Technologie in Gewinne ummünzen lässt. Zweitens sind die Auswirkungen, wenn sie dann tatsächlich kommerziell erfolgreich ist, oft weit größer als ursprünglich erwartet."

Für Anleger komme es also darauf an, hinter die Hypes zu blicken und die langfristige Wachstumsstrategie der Unternehmen zu analysieren. Das bedeute auch, die Rolle traditioneller Bewertungskennzahlen zu hinterfragen. (fp)