28.11. | 2011

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Shipping Research: Sinkende Charterraten bringen immer mehr Schiffsfonds in Schieflage

Der Abwärtstrend der Charterraten für Containerschiffe setzt sich auch im dritten Quartal 2011 weiter fort. Analog zu den schwierigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen verschlechtert sich die Einnahmesituation vieler Schiffe, insbesondere im Container-Segment. Große Neubauten drängen auf den Markt und erhöhen die Transportkapazitäten, bislang erfolgreich angewandte Instrumente werden diesen Effekt nicht länger abmildern können. Neue
Insolvenzen drohen und damit auch eine weitere Belastung des Fondsmarktes. Dies sind Ergebnisse aus dem aktuellen Shipping Research, dem gemeinsamen Quartals-Newsletter der Analysehäuser Deutsche FondsResearch (DFR) und Feri EuroRating Services.

Weltwirtschaft – Megafrachter – Regulierung
Drei Faktoren sind ausschlaggebend dafür, dass sich die ohnehin schon angespannte Lage am Containermarkt weiter verschärfen könnte. Das grundlegendste Problem ist und bleibt die schlechte Entwicklung der Weltwirtschaft und die entsprechend niedrige Nachfrage nach Transportkapazitäten. Zudem drängen neugebaute Megafrachter auf den Markt, die aufgrund ihres im Verhältnis sehr günstigen Treibstoffverbrauchs deutlich wirtschaftlicher fahren als viele kleine Frachter. Um diese Riesen in Fahrt zu bekommen, nehmen viele Reedereien Charterraten in Kauf, die nicht betriebskostendeckend sind – und belasten so nicht nur ihre Bücher sondern auch die Raten der übrigen Größenklassen. Schließlich zeigt sich, dass die Instrumente zur Regulierung der Transportüberkapazitäten ausgereizt sind. Auch das so genannte Slow Steaming kann das Überangebot an Tonnage nicht mehr ausreichend beeinflussen.

Niedrige Charterraten verschärfen Sanierungsgefahr
Durch die Verschlechterung der aktuellen Einnahmesituation sowie das Auslaufen bereits vereinbarter Finanzierungskonzepte – wie beispielsweise Tilgungsaussetzungen – steigt bei vielen Schiffsfonds die Wahrscheinlichkeit eines erstmaligen oder wiederholten Sanierungsbedarfs. Laut einer aktuellen Studie der Deutschen FondsResearch und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft TPW befinden sich mindestens 64 noch nicht sanierte Schiffe mit einem Gesamtkommanditkapital von rund 773 Millionen Euro bereits in akuter Sanierungsgefahr. Folgerichtig prognostiziert Nils Lorentzen, Geschäftsführer der Deutschen FondsResearch: „Viele Schiffsbeteiligungen waren bezüglich der Entwicklung der Charterraten nach der ersten Sanierungswelle zu optimistisch und drohen nun in der zweiten Welle auf Grund zu laufen.“ Neue Sanierungskonzepte unter Berücksichtigung aller Beteiligten sind gefragt.

Bulker auf niedrigem Niveau stabil
Im Bulker-Markt ist das derzeitige Frachtratenniveau zwar sehr schwach, aber stabil. In allen Größenklassen erreichten die jeweiligen 1-Jahres-Charterraten bis Anfang August neue Tiefststände und stiegen danach bis zum Quartalsende moderat an. Doch während die größeren Schiffe, z.B. Bulker der Capesize-Klasse, den Charterratenrückgang kompensieren konnten, sah es bei kleinen Bulkern schlechter aus. „Die Massenguttransporter Bulker sind sehr stark von den Schwankungen der Weltwirtschaft abhängig“, erläutert Nils Lorentzen. „Für die Entwicklung der Charterraten in diesem Segment ist es demnach entscheidend, wie stark und lang anhaltend der aktuelle konjunkturelle Einbruch sein wird.“

Tanker mit uneinheitlicher Entwicklung
Im Tanker-Segment zeigen sich erneut starke Unterschiede bei der Charterratenentwicklung der einzelnen Klassen. Im Vergleich zum vorherigen Quartal fielen die Charterraten in der Aframax- und der VLCC-Klasse um 15,58 bzw. 56,34 Prozent. Dagegen stiegen die Raten in der Handysize- und der Suezmax-Klasse um 12,69 bzw. 55,48 Prozent. Der Ausblick für das Tanker-Segment ist durchaus vielversprechend: Auch in diesem Jahr kommt es saisonal bedingt zu steigenden Chartereinnahmen in den Herbst- und Wintermonaten, bis Ende des Jahres müssen zudem noch rund 300 Einhüllentanker verschrottet werden.

Quelle:FONDS professionell

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