07.02. | 2012

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Insolvenzstatistik zeigt Teufelskreislauf in den EU-Schuldenländern auf

Mit der Bekämpfung der Schuldenkrise in den Peripheriestaaten der Eurozone geht nun auch verstärkt eine erhöhte Zahl an Insolvenzen einher. Der Sparkurs der Regierungen hat die Inlandsnachfrage so sehr gedämmt, dass zum Beispiel in Griechenland die Zahl der Insolvenzen gegenüber dem Vorjahr um über 27 Prozent gestiegen ist, damit befinden sich die Staaten der Peripherie in einem Teufelskreislauf dem kaum zu entrinnen ist. Das geht aus einer Studie des Kreditschutzverbandes Creditreform hervor.

So sind Griechenland (plus 27,3 Prozent), Spanien (plus 18,7 Prozent), Italien (plus 16,9 Prozent) und Portugal (plus 17,1 Prozent) die Länder mit den deutlichsten Zuwächsen bei den Unternehmensinsolvenzen. Der vergleichsweise guten Entwicklung in den zentraleuropäischen Ländern wie Deutschland (minus 5,8 Prozent), Frankreich (minus 3,0 Prozent), Österreich (minus 7,0 Prozent) und den Niederlanden (minus 2,9 Prozent) ist es zu verdanken, dass die Insolvenzzahlen in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr kaum verändert waren.

Peripherieländer im Schatten der Schuldenkrise
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in den EU-15-Ländern plus Norwegen und der Schweiz ist im vergangenen Jahr auf 174.917 gestiegen. Damit konnte ein leichter Zuwachs von 0,3 Prozent gegenüber 2010 registriert werden, als noch 174.463 Unternehmen von einer Insolvenz betroffen waren. Im historischen Vergleich befindet sich die Zahl der Insolvenzfälle seit dem Beginn der Finanzkrise 2008/09 auf einem hohen Niveau.

Anstieg bei insolvenzgefährdeten Stellenverlusten – jede dritte Insolvenz ein Dienstleistungsunternehmen
Die Verschärfung der Lage im europäischen Insolvenzgeschehen hat sich auf die insolvenzbedingte Arbeitslosigkeit ausgewirkt. So ist die Zahl der drohenden Arbeitsplatzverluste im Jahr 2011 um 7,1 Prozent auf 1,5 Millionen gestiegen (2010: 1,4 Millionen).

Zwar war der größte Teil der Insolvenzen In Westeuropa bei Dienstleistungsunternehmen zu verzeichnen, doch sank die Zahl der Insolvenzen in diesem Sektor um etwas über ein Prozent. Angestiegen sind die Zahlen der Insolvenzen im Bausektor, sowie im Handel und Gastgewerbe.

Rückgang bei den Privatinsolvenzen
Die Situation bei den Privatinsolvenzen hat sich entspannt. 2011 gab es dabei in Westeuropa einen Rückgang um 1,5 Prozent. Der Rückgang lässt sich hauptsächlich auf die positive Entwicklung in Deutschland (minus 5,8 Prozent) und Großbritannien (minus 8,8 Prozent) zurückführen. Ein deutlicher Zuwachs an Privatinsolvenzen musste in Frankreich (plus 26,4 Prozent), gefolgt von den Niederlanden (plus 26,0 Prozent) und Finnland (plus 19,7 Prozent) gemeldet werden.

Angespannte Insolvenzsituation in Osteuropa
Das wirtschaftliche Umfeld in den osteuropäischen Staaten wurde zu einem großen Teil durch die Schuldenkrise und den daraus entstehenden Konsequenzen in den Ländern Westeuropas bestimmt. Insgesamt ist die Situation im Angesicht der sich abzeichnenden schwierigen Kreditsituation für Unternehmen angespannt. So hat die die Zahl der Firmenzusammenbrüche in Osteuropa um 6,1 Prozent zugenommen. Die größten Zuwächse sind in Bulgarien, Slowenien und Tschechien zu verzeichnen. Die meisten Insolvenzfälle in Osteuropa waren dem Handel und Gastgewerbe zuzurechnen. Der Anteil des Dienstleistungssektors lag bei 28,2 Prozent. Fast jede fünfte Insolvenz betraf einen Betrieb aus dem Verarbeitenden Gewerbe. 15,6 Prozent der Firmenzusammenbrüche betrafen ein Bauunternehmen.

Unternehmen aus der Mittelmeerregion überziehen am längsten
Wie schwierig es um die Liquidität der südeuropäischen Unternehmen bestellt ist, zeigen die schlechten Zahlungserfahrungen exportorientierter deutscher Unternehmen. So musste jedes vierte deutsche Unternehmen einen Zahlungsverzug von über einen Monat hinnehmen, wenn es Waren nach Italien ausführte. Ebenso schlechte Schuldner waren spanische und portugiesische Unternehmen. 23,4 Prozent der deutschen, im Export tätigen Unternehmen klagten über Kunden aus Spanien und Portugal, die das vereinbarte Zahlungsziel über 30 Tage verstreichen ließen. Geschäftliche Beziehungen nach Osteuropa waren mit ähnlichen Problemen behaftet. Nur jeder zehnte deutsche Exporteur hatte keinen Zahlungsverzug zu beanstanden, wenn er Waren in Länder wie Rumänien und Kroatien oder Tschechien und Ungarn ausführte.

In den zentraleuropäischen Volkswirtschaften stellte sich die Lage positiver dar. So blieben deutsche Unternehmen bei einem Export nach Österreich und in die Schweiz in mehr als drei von zehn Fällen (35,3 Prozent) von einem Zahlungsverzug gänzlich verschont. Als relativ gute Schuldner zeigten sich ebenso die Benelux-Länder. Fast jedes vierte deutsche Unternehmen das Waren in diese Volkswirtschaften lieferte, musste keinen Zahlungsverzug hinnehmen.

Rückläufige Zahlen bei den US-amerikanischen Insolvenzzahlen
In den USA war das Jahr 2011 vom Schuldenabbau geprägt. So konnten 8,2 Prozent weniger Privatinsolvenzen registriert werden (2011: 1.411.000 Fälle; 2010: 1.536.799 Fälle). Ebenso positiv entwickelte sich die Insolvenzlage im Unternehmenssektor. Im Jahr 2011 mussten nur noch 48.500 Unternehmen Insolvenz anmelden (Vorjahr: 56.282 Fälle; minus 13,8 Prozent). (cs)

Anbei können Sie die gesamte Studie der Creditreform lesen

Anhang:

1328614294.pdf

Quelle:FONDS professionell

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