Bauherrenmodelle gefährdet: Wohnbauförderung versiegt

Michael Baert, Vorstand Premium Immobilien
Die Verunsicherung bei den Anbietern von Bauherrenmodellen steigt. "Momentan werden keine geförderten Bauherrenmodelle bei uns angeboten", so Michael Baert, Vorstand Premium Immobilien. Laut Baert gab es seit einem halben Jahr kaum mehr Förderungszusicherungen der Länder. Die Konsequenz daraus ist, dass sich die Premium bis auf weiteres auf Bauherrenmodelle konzentriert die frei finanziert werden. Zwar müssen freifinanzierte Modelle auf die hohen Förderungen verzichten, haben aber den Vorteil einer freieren Gestaltung im Bereich der Sanierung bzw. im Ausbau. Zudem kann die Miethöhe bei nicht geförderten Wohnungen freier vereinbart werden. Den möglichen Trend hin zu freifinanzierten Modelle kann auch Sandra Bauernfeind, Leiterin der Wohnimmobilien, bei EHL Immobilien bestätigen und meint: „Vereinzelt kommt es dazu, dass aufgrund einer nichtgesicherter Förderungszusagen der Länder, Bauherrenmodellprojekt in freifinanzierte Vorsorgewohnungsprojekte geändert werden.“
Obwohl Kürzungen bei der Wohnbauförderung auch im Zuge der Diskussion um das Sparpaket von verschiedenen Seiten angeregt wurden, besteht laut Baert weiterhin die Hoffnung, dass die Stadt Wien, das erfolgreiche Modell der Wohnbausanierung weiter führen wird. In den nächsten Wochen sollen dabei Gespräche mit der Stadt folgen, meint Baert zuversichtlich. Schließlich warnte kürzlich erst Josef Schmidinger, Generaldirektor von s Bausparkasse und s Wohnbaubank vor Kürzungen bei der Wohnbauförderung. „Gerade im Neubaubereich könnte sich da eine Lücke ergeben, die zu einer Wohnungsnot führt“, so Schmidinger gegenüber dem Wirtschaftsblatt. Der Bedarf an neuen Wohnungen betrage österreichweit 45.000 Neubaueinheiten pro Jahr. Bei einer Kürzung von einer Milliarde in diesem Bereich würden Eigenmittel für über 10.000 Wohnungen fehlen, die dringend benötigt werden, um die Zuwanderung die bei rund 30.000 Personen liegt zu bedienen. (cs)
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